Trends der Gamescom für Spiele-Entwickler
Mit der Absage der Games Convention in Leipzig ist die europäische Game Developers Conference von Leipzig nach Köln zur neuen Gamescom-Messe umgezogen. Viele Entwickler nutzten die Gelegenheit, sich auf der Gamescom umzuschauen.
- Ralf Dörner
Mit der Absage der Games Convention in Leipzig ist die europäische Game Developers Conference (GDC Europe) von Leipzig nach Köln zur neuen Gamescom-Messe umgezogen. Viele Entwickler nutzten die Gelegenheit, sich auf der Gamescom umzuschauen, obwohl die nicht den Entwickler, sondern den Consumer – und im gesonderten Businessbereich den Geschäftspartner – im Fokus hat.
Entwickler konnten auf der Gamescom nicht nur privaten (Spiele-)Interessen nachgehen, sondern sich einen Eindruck von der sich weiterentwickelnden Spielesoftware verschaffen. Trotz über 150 Premieren waren kaum neue Spielkonzepte auszumachen. 2009 ist die Weiterentwicklung der visuellen Qualität besonders auffällig, mit der Hersteller und Publisher versuchen, sich voneinander abzugrenzen.
Square Enix stellt zum Beispiel bei der Präsentation von "Final Fantasy XIV" die Umsetzung von Wetter, Fernsicht sowie Beleuchtung bei Tag-und-Nachtzyklus besonders heraus. Selbst die im Vergleich zum Ego-Shooter genügsameren "Point & Click Adventures" nutzen Verbesserungspotenziale in der Grafik. Programmierung der Grafikhardware wird so immer bedeutender. Rauch, Spiegelungen in Glasscheiben, Haut, Mimik oder die Darstellung von fließendem Wasser gewinnen an visueller Qualität und lassen sich immer realitätsnaher darstellen. Mit DirectX 11, Windows 7 oder OpenGL 3.x stehen umfangreiche Weiterentwicklungen und Umbrüche bevor, die die Gamescom nicht oder nur am Rande thematisierte. Doch auch bisherige Möglichkeiten auszureizen ist für Entwickler wesentlich, lassen sich einige Spielideen erst damit überzeugend realisieren. Quantic DreamS "Heavy Rain" ist ein gutes Beispiel, das eine stimmungsvolle Film-noir-Atmosphäre erzeugt – wie der Name schon vermuten lässt mit der Unterstützung diverser Shader-Programe (für die Darstellung von Wasser).
Auf Hardwareseite war es eher ruhig. Entwickler müssen sich nicht auf neue Plattformen einstellen. Ankündigungen wie Sonys PlayStation Slim oder Weiterentwicklungen wie Wii Motion Plus stellen nur graduelle Veränderungen dar – "kleiner", "weniger Strom", "präziser" beschreiben für den Consumer Änderungen, die keine großen Auswirkungen auf die Spieleentwicklung haben. Die Gamescom zielt eher auf das Herbst- und Weihnachtsgeschäft. Neue Entwicklungen im Hardwarebereich wie Microsofts Natal (nutzt eine Tiefenkamera, um berührungslos herauszufinden, was der Spieler vor dem Bildschirm macht – und eröffnet damit völlig neuartige Interaktionsformen) oder Surface (ein großes Multitouch-Display in Tischform) spielen auf der Gamescom keine Rolle. Hier sind andere Events wie die E3 für Entwickler interessanter, um von neuen Herausforderungen zu erfahren, die 2010 anstehen.