Infineon hofft auf gutes Asiengeschäft

Der MĂĽnchener Halbleiterhersteller strebt in Asien einen Marktanteil von fĂĽnf Prozent an.

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Von
  • Torge Löding

Der Münchener Halbleiterhersteller Infineon setzt auf den asiatischen Markt als den am schnellsten wachsenden für die Halbleiterbranche. Loh Kin Wah, Infineon-Chef für die Region Asien-Pazifik, sagte im Gespräch mit der Financial Times Deutschland, das Volumen lege dort jährlich um etwa 15 Prozent zu, während der Chipmarkt weltweit lediglich Zuwächse zwischen acht und zehn Prozent pro Jahr verzeichnen werde. Infineon werde deshalb in Asien kräftig investieren, um mit der steigenden Nachfrage Schritt zu halten. Noch habe der deutsche Konzern in der Region einen Marktanteil von nur 3,2 Prozent. Der Chiphersteller liegt damit auf Platz sieben, Platz eins belegt Intel. In fünf Jahren wolle das Unternehmen fünf Prozent des Marktes kontrollieren.

Nach den Worten Lohs entfallen 35 Prozent des weltweiten Halbleitermarktes auf Asien. Die Münchener erlösten 2002 mit 1,5 Milliarden Euro rund 30 Prozent ihres Umsatzes in der Region Asien-Pazifik. Die 35-Prozent-Marke solle in zwei Jahren erreicht werden. Im zurückliegenden dritten Quartal schaffte Infineon bereits einen Asien-Anteil von 34 Prozent.

Bei allen positiven Aussichten -- nicht alles, was Infineon in den vergangenen Jahren in Asien angepackt hat, wurde auch zur Erfolgsgeschichte. So das Joint-Venture mit dem taiwanischen Unternehmen Mosel Vitelic: Seit 1996 hatte das Gemeinschaftsunternehmen Promos Speicherchips gefertigt, doch im Januar kam es zum Bruch. Mittlerweile hat sich Infineon aus Promos zurückgezogen, einige Rechtsstreitigkeiten sind aber bislang ungeklärt. Nicht sicher ist bisher auch, ob Infineon in China einen Prestigeerfolg landet und den Auftrag für Ausweis-Chipkarten zugesprochen bekommt.

Unmut macht sich im Konzern derweil aufgrund der AnkĂĽndigung von massivem Arbeitsplatzabbau am Standort Regensburg breit. (tol)