Brandwundenversorgung zum Aufsprühen

Eine neue Methode zur Behandlung von Verbrennungen zweiten Grades soll zu einer Alternative für komplexe Hauttransplantationen werden.

vorlesen Druckansicht 63 Kommentare lesen
Lesezeit: 2 Min.

Die Behandlung schwerer Verbrennungen besteht traditionell aus einer für den Patienten eher unschönen Prozedur: Hautstreifen aus einem anderen Körperbereich werden entfernt, um sie dann auf den Brandwundenbereich zu transplantieren. Dieser Prozess wird zwar seit vielen Jahren eingesetzt, ist aber schmerzhaft für das Brandopfer und verdoppelt letztlich die Fläche, die heilen muss.

Eine neue Technik, die Forscher aus Australien entwickelt haben, könnte die komplexe Operation künftig seltener machen, berichtet Technology Review in seiner Online-Ausgabe. Mit nur einer kleinen Hautbiopsie und einem einfach zu bedienenden Laborkit soll sich eine Aufschwemmung von Basalzellen der Haut herstellen lassen, den Stammzellen der Epidermis. Diese Lösung lässt sich dann direkt auf die Haut sprühen, wo sich neues Gewebe bildet – mit einem Ergebnis, das dem von Hauttransplantationen nahekommen soll.

Das Zellspray ist derzeit für Verbrennungen zweiten Grades ausgelegt, bei denen die zwei oberen Hautschichten beschädigt sind, subkutane Gewebe aber unbeschädigt bleiben. Verbrennungen dritten Grades, die schwerwiegender sind, verlangen weiterhin nach Transplantationen. Das Spray ist in einigen Ländern bereits genehmigt und hat das Interesse der US-Armee geweckt, dessen Institut für regenerative Medizin eine klinische Studie mit mehr als 100 Patienten noch vor Jahresabschluss plant.

Nicht jeder Experte glaubt allerdings, dass Verbrennungen zweiten Grades überhaupt mit Hauttransplantationen oder anderen Methoden wie dem neuen Spray behandelt werden müssten. "Die meisten Wunden heilen auch so, es reicht das Pflaster", meint Robert Sheridan, Chirurg am Shriners Burn Institute des Massachusetts General Hospital in Boston. Die australischen Forscher betonen, dass ihre Methode mindestens zu einem besseren Narbengewebe führe.

Mehr zum Thema in Technology Review online:

(bsc)