US-Airline entschuldigt sich fĂĽr Flugdatenweitergabe

Die Weitergabe von fünf Millionen Datensätzen an ein Rüstungsunternehmen sei ein Fehler gewesen, räumt die Fluggesellschaft ein.

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Von
  • Torge Löding

Die US-amerikanische Fluggesellschaft JetBlue hat in einer E-Mail an seine Kunden entschuldigend Stellung zu dem Vorwurf genommen, das Unternehmen habe Passagierdaten an eine Rüstungsfirma weitergegeben. In der von US-Medien zitierten E-Mail räumt JetBlue ein, dem Unternehmen Torch Concepts, das zurzeit an einem Sicherheitsprojekt arbeitet, welches in keinem Zusammenhang mit der Airline steht, bereits vor einem Jahr etwa fünf Millionen Passagierdatensätze zur Verfügung gestellt zu haben. Dies sei ein Fehler gewesen -- Kreditkarteninformationen oder Sozialversicherungsnummern seien allerdings nicht weitergegeben worden, versichert die Fluggesellschaft.

In der vergangenen Woche hatte das US-Magazin Wired ein 23-seitiges Dokument unter dem Titel "Homeland Security: Airline Passenger Risk Assessments" zitiert, indem anhand der Daten von JetBlue-Passagieren die Frage behandelt wurde, wie diese von Terroristen unterscheidbar seien. In diesem Dokument hätten sich Adressen und Geburtsdaten der Passagiere gefunden, aber keine Namen. Telefon- und Sozialversicherungsnummern seien geschwärzt gewesen. Daraufhin hatten sich nach Aussage von JetBlue noch in der vergangenen Woche 250 empörte Passagiere per E-Mail gemeldet und um Aufklärung gebeten.

In Europa ist unterdessen nach wie vor unklar, ob das EU-Parlament gegen die EU-Kommission Klage erhebt, da sie die Privatsphäre der EU-Bürger nicht angemessen schütze. Seit Anfang März ist in den USA ein Gesetz in Kraft, das allen ausländischen Fluglinien mit Flügen in beziehungsweise aus den USA vorschreibt, das Buchungssystem für US-Zollbehörden zu öffnen. (tol)