Googles IPv6-Ingenieure erhalten den Itojun-Preis

Auf dem IETF-Treffen in Hiroshima wurde erstmals der neu gestiftete Preis für Weiterentwicklungen im Bereich des Internet vergeben. Die ersten Preisträger sind zwei IPv6-Experten von Google.

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Von
  • Monika Ermert

Googles IPv6-Experten Lorenzo Colitti und Erik Kline wurden im Rahmen des 76. Treffens der Internet Engineering Task Force (IETF) in Hiroshima mit dem erstmals vergebenen Itojun-Preis für ihre Arbeit zur Verbreitung des neuen Internetprotokolls ausgezeichnet. Die beiden Preisträger hatten Googles Start ins IPv6-Zeitalter maßgeblich mit vorbereitet. Auf dem 71. IETF-Treffen im März vergangenen Jahres hatten sie die erste IPv6-Variante der Suchmaschine vorgestellt.

Inzwischen sind zahlreiche Google-Dienste IPv6-fähig. Der Suchmaschinenriese bietet an, Partner in die eigene IPv6-Peering-Tabelle aufzunehmen, um lästige Barrieren im IPv4-Internet zu umgehen. Die Arbeit der beiden jungen Entwickler sei von großer Bedeutung für die Internetgemeinde, und auch für Google selbst, sagte WIDE-Direktor Jun Murai für das Preiskomitee. Die Preisträger hätten die Zahl von Webangeboten über IPv6 spürbar erhöht, sagte Murai. Daher entspreche die Entscheidung, sie zu den ersten Itojun-Preisträgern zu machen dem Geist der zum Andenken an den japanischen IPv6-Experten Dr. Jun-ichiro "itojun" Hagino gestifteten Auszeichnung.

Itojun, den Murai als "IPv6-Samurai" bezeichnete und der selbst auch Vorstandsmitglied von WIDE war, war 2007 im Alter von 37 Jahren gestorben. Der von Haginos Freunden gestiftete Preis, der von nun an jährlich für praktische Erfolge bei der Weiterentwicklung des Internet verliehen werden soll, wird von der Internet Society (ISOC) verwaltet. Er ist mit 3000 Dollar und einem Reisestipendium dotiert. In Hiroshima wurde er in Anwesenheit von Itojuns Mutter und Bruder vergeben.

Nach wie vor wird bei der IETF vor allem an Methoden für die Verknüpfung von alter IPv4 und kommender Ipv6-Welt gebastelt. Zahlreiche Übersetzungs- und Tunnelmechanismen sind bereits standardisiert. Dennoch läuft den Entwicklern die Zeit davon: Pessimisten wie Ciscos IPv6-Experte Tony Hain warnen davor, dass bei den IP-Adressvergabestellen schon im kommenden Jahr die IPv4-Adressen ausgehen könnten. Die verantwortlichen Regional-Registries rechnen mit der Vergabe der letzten Blöcke im Jahr 2012. (vbr)