Freizeitspaß Do-it-yourself-Biologie

Das eigene Erbgut testen oder mit Joghurt-Bakterien Schadstoffe aufspüren - immer mehr Hobbyforscher praktizieren Gentechnik daheim.

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Wo andere Leute ihre T-Shirts stapeln, da hat Katherine "Kay" Aull eine PCR-Maschine stehen, ein Gerät zur Durchführung der Polymerase Chain Reaction, das gewöhnlich nur in professionellen gentechnischen Labors zu finden ist. Auch sonst ist der Kleiderschrank im Schlafzimmer der 23-Jährigen vollgestopft mit Laborbedarf für Gentechnik-Experimente wie Gläsern, Chemikalien und Spritzen, die sie alle privat gekauft hat. "Man bekommt eine ganze Menge toller Sachen über eBay", sagt Aull.

Ihre Experimente haben nichts mit Genmanipulation zu tun: Die insgesamt nur 500 Dollar teuren Utensilien ermöglichen ihr, am heimischen Küchentisch ins eigene Erbgut zu schauen – und herauszufinden, ob sie die Erbkrankheit Hämochromatose hat, berichtet Technology Review in seiner aktuellen Ausgabe 11/09 (portokostenfrei hier online zu bestellen oder am Kiosk).

Trotz des in diesem Fall ernsten Hintergrunds sieht Aull ihre Forscheraktivität in erster Linie als spannendes Hobby. Sie gehört zu der Bostoner Gruppe der "Do-it-yourself"-Biologen (DIY-bio), die zu Hause in improvisierten Labors experimentieren. Ähnlich wie man mit einem Chemiebaukasten auch in der heimischen Küche Substanzen verrühren und Messungen durchführen kann, arbeiten die Freizeitforscher mit biologischen Zutaten – wie Aull mit den eigenen Genen oder mit der DNA von Bakterien – und mit Gentechnik-Gerätschaften.

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(bsc)