US-Musikindustrie freut sich über Einigungen mit P2P-Nutzern

Die RIAA, der Verband der US-Musikindustrie, zeigt sich hocherfreut über außergerichtliche Einigungen mit Nutzern von Musik-Tauschbörsen.

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Von
  • Jürgen Kuri

Die RIAA, der Verband der US-Musikindustrie, zeigt sich hocherfreut über außergerichtliche Einigungen mit Nutzern von Musik-Tauschbörsen. Die Organisation hatte vor einiger Zeit die juristische Front gegen Internet-Nutzer eröffnet, die über Tauschbörsen Musik-Dateien anbieten. Insgesamt 261 Anwender sollten vor den Kadi gezerrt werden -- 64 Anwender haben nun außergerichtlichen Einigungen und Schadensersatzzahlungen zugestimmt. Zwölf von diesen Nutzern tauchten zwar bereits in den Unterlagen der RIAA auf, wurden allerdings bislang noch nicht in Gerichtsverfahren benannt.

Beim Vorgehen des Musikindustrie-Verbands gab es bislang bereits einige Ungereimheiten: So musste die RIAA die Anzeige gegen die 65-jährige Sarah Ward wieder zurückziehen, da sie glaubhaft machen konnte, nie Musik-Dateien getauscht zu haben. In den von der RIAA angestrengten Verfahren geht es um bis zu 150.000 US-Dollar Schadensersatz pro Song, der ohne Genehmigung der Rechteinhaber über Tauschbörsen angeboten wurde. Über die Summen, die die Nutzer nun im Rahmen der außergerichtlichen Einigung zahlen, wollte die RIAA keine genauen Angaben machen.

Man habe über diese Einigungen hinaus auch 838 eidesstattliche Erklärungen im Rahmen des so genannten "Clean-Slate"-Programms erhalten, erklärte die RIAA. Durch diese Erklärungen sollen Tauschbörsen-Nutzer von weiterer Strafverfolgung zumindest durch die RIAA ausgenommen werden, wenn sie versichern, alle aus Tauschbörsen bezogenen, urheberrechtlich geschützten Dateien zu löschen und künftig keine illegalen Angebote über P2P-Netze mehr wahrzunehmen. Man sei ermutigt durch die Rückläufe, die man bisher erhalten habe, hieß es in einer Erklärung der RIAA. (jk)