Effiziente Stromleitungen aus der DĂĽse

Forscher wollen aus winzigen Kohlenstoffsträngen lange elektrische Verbindungen machen.

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Eine neue Methode zur Zusammensetzung von mikroskopischen Kohlenstoffsträngen erlaubt die Produktion von Fasern, die mehrere hundert Meter lang sind. Damit könnte sich in einigen Jahren ein alter Traum erfüllen: Da die einzelnen Nanoröhrchen stark, leichtgewichtig und elektrisch leitfähig sind, ließen sie sich beispielsweise für extrem effiziente Stromleitungen nutzen, berichtet Technology Review in seiner Online-Ausgabe.

Vor dem nun an der amerikanischen Rice University erzielten Durchbruch gab es stets das Problem, dass es sehr schwer war, solche Nanofasern im industriellen Maßstab herzustellen – das Material entzog sich der dafür notwendigen stets zu 99 Prozent korrekten Ausrichtung. Durch die Verarbeitung der Kohlenstoff-Nanoröhrchen in einer Lösung, einer so genannten Supersäure, gelang es Forschern um Matteo Pasquali, Professor für Chemieingenieurwesen, nun, das zu ändern. Das so gewonnene Material ließe sich auch als Basis von Strukturmaterialien oder für leitfähige Textilien nutzen.

Andere Forscher versuchten sich an Fasern aus Kohlenstoff-Nanoröhrchen, indem sie die Röhrchen aus einem soliden, haarartigen Gespinst zogen oder sie wie Wolle aus einem chemischen Reaktor heraus spannen. Das Problem mit der Nutzung von Feststoffen sei aber, dass die Molekülanordnung nie besonders gut sei und sich solche Prozesse schlecht skalieren ließen, so Pasquali. Je besser ausgerichtet und geordnet die Nanoröhrchen sind, desto nützlicher sind jedoch auch ihre elektrischen und mechanischen Eigenschaften. Mit der Rice University-Methode lassen sich diese nun im großen Maßstab erzeugen – die Faser kommt aus einer Düse wie aus einem Duschkopf.

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(bsc)