Internet Society protestiert gegen VeriSigns SiteFinder
Die Muttergesellschaft wichtiger Netzstandardisierungsgremien will erreichen, dass sich das US-amerikanische Handelsministerium einschaltet.
Die Internet Society (ISOC), Dachverband unter anderem wichtiger Netzstandardisierungsgremien wie der Internet Engineering Task Force, protestiert gegen VeriSigns SiteFinder. Ihre Mitglieder verurteilen die Umleitung von Vertippern bei com- und net-Adressen sowie Anfragen nach nicht existierenden Domains auf eine eigene Suchseite, heißt es in einer Mitteilung der Gesellschaft. Die ISOC befürchtet, je länger VeriSign den SiteFinder einsetzt, desto mehr Lösungen würden entwickelt, um diesen zu umgehen, zum Beispiel damit Spam-Filter weiter funktionieren. Einige dieser Lösungen könnten die Stabilität des Internet beeinflussen.
Die ISOC treibt die Vermutung um, dass der SiteFinder ohne oder nur mit flüchtiger Rücksprache mit den technischen Gremien installiert wurde. Auch habe VeriSign vermutlich eventuelle Einflüsse auf die Stabilität des Internet nicht untersucht oder inwieweit andere Dienste, die vom Domain Name System abhängen, betroffen sind. Das schreibt sie auch in einem Brief an die Internet Corporation for Assigned Names and Numbers (ICANN) und an das US-amerikanische Handelsministerium. Diese sollten auf VeriSign einwirken, dass der Verwalter der Toplevel-Domains .com und .net seinen SiteFinder vom Netz nimmt.
Siehe dazu auch: (anw)
- US-Wettbewerbsbehörde ahndet VeriSigns Marketingtricks
- Internet Architecture Board kritisiert VeriSigns Wildcards
- Erste Klage gegen VeriSigns SiteFinder