MPEG-Gründer bastelt an plattformübergreifendem Digital Rights Management

Eine Gruppe internationaler Medien-Experten unter Leitung des MPEG-Gründers hat mit der Veröffentlichung des Digital Media Manifesto das Digital Media Project ins Leben gerufen.

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Eine Gruppe internationaler Medien-Experten unter Leitung des Gründers der Moving Picture Experts Group (MPEG), Dr. Leonardo Chiariglione, veröffentlichte mit dem Digital Media Manifesto das Gründungsdokument des Digital Media Project (DMP). Ziel des Projektes ist es, technische Möglichkeiten zu finden, damit sich die "vom Endanwender traditionell genossenen Rechte auf digitale Medien übertragen lassen". Außerdem will das DMP Empfehlungen für einen plattformübergreifenden DRM-Standard erarbeiten, der aktuelle Probleme überwinden soll (etwa die Bindung an einen Anbieter oder eine Plattform etc.).

Im Unterschied zur MPEG werde das DMP diese Empfehlungen jedoch nicht selbst erarbeiten, sondern den Standardisierungsprozess mit Rat und Tat begleiten. Chiariglione hat bereits Erfahrungen auf diesem Gebiet, obwohl die Erinnerungen kaum positiv sein dürften: Er war nämlich ab 1999 Executive Director der gescheiterten Secure Digital Music Initiative, die ein Rechtemanagement für MP3 entwickelte, das allerdings nie Bedeutung erlangte.

Man wird abwarten müssen, ob das Digital Media Project bei der Verwirklichung von Chiarigliones Vision erfolgreich sein wird. Er selbst sieht jedenfalls eine Menge Arbeit: MP3, P2P und digitale Videorecorder hätten erst einen flüchtigen Einblick in das gegeben, was möglich sei. "Bevor eine globalen Medienindustrie aber auf festen Füße stehen kann, müssen weitreichende Maßnahmen getroffen werden." (vza)