Virtuelle Telefonanlage für Geschäftskunden
Mit einer eigenen Basisstation am Standort eines Unternehmens will Onephone die klassische Telefonanlage überflüssig machen.
Mit eigenen Basisstationen will Onephone, ein Joint-Venture der schwedischen Onephone und dem E-Plus-Mutterunternehmen KPN Mobile, in Geschäftsumgebungen die bislang übliche Telefonanlage ersetzen. Inhouse telefonieren die Mitarbeiter über die von Onephone vor Ort installierte Basisstation, außerhalb des Firmengeländes über das Netz des Kooperationspartners E-Plus. Die interne Kommunikation soll sich kaum von der über eine klassische Telefonanlage unterscheiden, übliche Funktionen wie Weiterleiten oder Rückruf bei Besetzt sind vorhanden. Alle Teilnehmer sind intern und von externen Anrufern über die eigene Durchwahl erreichbar.
Die Basisstation funkt im Frequenzbereich um 1800 MHz und nutzt dafür an E-Plus zugeteilte Frequenzen, damit sind vorhandene Mobiltelefone weiterhin einsetzbar. Allerdings müssen diese an der Station angemeldet werden, im Haus weilende Gäste können darüber nicht telefonieren.
Surfen ist über die Basisstation zwar möglich, doch steht allgemein nur EDGE als Funktechnik zur Verfügung. Bei besonderen Kundenanforderungen könne jedoch eine UMTS/HSPA-Anbindung aufgebaut werden, wie Klaas Kortegast, Executive Assistant bei Onephone, gegenüber heise online versicherte.
Je nach Größe könnten Unternehmen mit der Onephone-Lösung bis zu 30 Prozent Kosten gegenüber konventionellen TK-Lösungen einsparen, so Kortegast weiter. Für die Kunden entscheidender sei jedoch, dass sich die Effizienz der Kommunikation verbessern lasse, etwa durch eine bessere Erreichbarkeit der Mitarbeiter.
Das System wird bereits seit 2004 in Schweden eingesetzt, die dortige Niederlassung betreut mit 90 Mitarbeitern mehr als 700 Kunden. Onephone will mit dem Angebot auch in den Niederlanden und Belgien starten. Das Unternehmen adressiert mit seinem Angebot Unternehmen mit einer Mitarbeiterzahl zwischen 30 und 1500.
Ähnliche Funktionen bietet etwa Vodafone an. Der Netzbetreiber stellt nach Angaben von Pressesprecher Thomas Krick zwar keine eigenen Masten auf dem Kunden-Campus auf, dies wäre jedoch aufgrund der guten Abdeckung des Vodafone-Netzes in der Regel auch gar nicht notwendig. Diese Campus-Angebote sind nur in Geschäftskundentarifen verfügbar und werden meistens im Rahmen eines Projektgeschäfts realisiert. (ll)