Microsoft entwickelt flexibles Interface
Wissenschaftler der Forschungsabteilung des Software-Konzerns arbeiten an einer Bedienoberfläche, die sich quetschen, dehnen oder rollen lässt.
Seit mehr als 20 Jahren benutzen Menschen Rechner auf die gleiche Art: Mit Maus und Tastatur. Ein experimentelles neues Interface, das gerade bei Microsoft Research entwickelt wird, verspricht nun neue Bedienmöglichkeiten, die auch über die derzeit viel gehypten Oberflächen mit Bewegungssteuerung oder Multitouch hinausgehen sollen, berichtet Technology Review in seiner Online-Ausgabe.
Die neuartige Bedienfläche soll sich unter anderem quetschen, ausdehnen, rollen und sogar reiben lassen. Sie basiert auf einer so genannten "Sensor Tile", einer Sensorenfläche, die sich im Fuß des Gerätes befindet und verschiedene magnetische Felder auf seiner Oberfläche generiert. Durch die Messung von Veränderungen dieser Felder kann das System die Bewegungen von Metallobjekten erkennen.
Im Experiment nutzbar sind beispielsweise Kugellager, deren Bewegung sich dann zur Cursorsteuerung verwenden lässt. Noch interessanter ist jedoch ein Balll, der mit Eisenspänen oder einer magnetischen Flüssigkeit gefüllt werden kann: Der Nutzer darf ihn beliebig manipulieren und lässt das 3D-Abbild dann zeitnah in den Rechner einlesen.
Stuart Taylor von Microsoft Research im britischen Cambridge betont, dass sich die Oberfläche leicht umkonfigurieren lässt, um verschiedene Eingabearten zu ermöglichen. In Zusammenarbeit mit anderen Forschern bei Microsoft und an der Newcastle University schuf er Arrays aus insgesamt 64 Magnetspulen. Die Sensorenfläche ist nur 100 Quadratzentimeter groß. "Grundsätzlich orientiert sich unser Modell an einer elektrischen Gitarre", sagt Taylor. Vermarktungsreif ist die Technik allerdings noch lange nicht. "Wir sind noch ganz am Anfang", sagt der Forscher.
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(bsc)