WLAN-Roaming greift auch in den USA um sich (Update)

Amerikanische Provider wollen ihre Kräfte bei WLAN-Hotspots bündeln -- anscheinend genötigt von mageren Umsätzen.

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Von
  • Inga Rapp

Auch amerikanische Provider entdecken das "Roaming" für WLAN: Hotspots stehen zwar inzwischen vielerorts zur Verfügung; aber die Kunden sind wenig erbaut, wenn sie dank ihrer Bindung beispielsweise an T-Mobile USA unterwegs nur noch bei Starbucks Kaffee trinken und surfen können. Die derzeitige Kleinstaaterei -- der Wechsel zu einem neuen Hotspot zwingt zu einem neuen Zugangscode und kostet erneut -- scheint viele potenzielle Kunden von ausgiebigem Drahtlossurfen abzuhalten. Daher laufen nun auch in Übersee Bestrebungen, große und kleine Provider zur Kooperation zu bringen.

Das Wall Street Journal erwartet, dass die WLAN-Provider untereinander Verträge abschließen, ähnlich wie bei Bankautomaten oder dem Roaming beim Mobilfunk: Ein Kunde kann die Infrastruktur eines anderen Anbieters nutzen, muss aber unter Umständen zusätzliche Gebühren zum monatlichen Grundpreis zahlen. Der rangiert in den USA je nach Anbieter zwischen 20 und 40 US-Dollar. Im Moment existieren in den USA etwa 12.000 Hotspots, überwiegend in Cafés, Flughäfen und anderen öffentlichen Plätzen. Der größte Betreiber T-Mobile USA unterhält etwa 3.200 von ihnen, überwiegend in den Läden der Kaffeekette Starbucks. Zu den nächstgrößeren zählen Boingo mit rund 2.600 und Wayport mit etwa 2.000 Hotspots. Letztere konzentrieren sich dagegen mehr auf Hotels. Würden alle kooperieren, bedeutete das für die Kunden einen großen Schritt in Richtung überall verfügbaren drahtlosen Internetzugangs.

Hierzulande soll das Projekt Greenspot des Verbandes der deutschen Internetwirtschaft eco ebenfalls providerübergreifendes Surfen ermöglichen. Der Startschuss fiel auf der diesjährigen CeBIT, seit dem Frühjahr läuft ein nichtöffentlicher Testbetrieb in einzelnen deutschen Großstädten. Markus Schaffrin, Projektleiter und zuständig für den eco-Arbeitskreis WLAN, bewertet den bisherigen Verlauf des Testbetriebes als erfolgreich. Die derzeitige Planung sieht vor, im ersten Quartal 2004 in den Regelbetrieb zu gehen. (Inga Rapp) / (ea)