Druckbarer Flach-Akku

Wissenschaftler an der Stanford University haben eine Elektrode aus Papier entwickelt, das mit einer Tinte aus Kohlenstoff-Nanoröhren getränkt ist.

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Irgendwann im kommenden Jahrzehnt wird es soweit sein: Wir werden morgens in der U-Bahn sitzen und die Tageszeitung auf zusammenfaltbarem, hauchdünnem elektronischen Papier lesen. Einen Teil des dazu passenden Akkus haben Forscher der Stanford University nun produziert, berichtet Technology Review in seiner Online-Ausgabe: eine Elektrode aus Papier, das mit einer Tinte aus Kohlenstoff-Nanoröhren getränkt ist.

Gewöhnliches Kopierpapier wird mittels einer Tinte aus Nanotubes zu einer Elektrode für Akkus oder Superkondensatoren.

(Bild: PNAS)

Druckbare Schaltkreise oder Displays sind schon seit Längerem möglich. Akkus jedoch hatten sich bislang dem Trend zum Leichtgewicht verweigert. Mit Kohlenstoff-Nanoröhren – auch Nanotubes genannt – steht inzwischen ein vielseitiges Material zur Verfügung, das belastbar, leicht und elektrisch äußerst leitfähig ist und zudem noch relativ große Energiemengen aufnehmen kann.

Die Stanford-Gruppe um den Materialwissenschaftler Yi Cui fand nun heraus, dass gewöhnliches Kopierpapier eine Tinte aus Nanotubes wie ein Schwamm aufsaugt. Damit verwandelt sich ein Papierschnipsel in eine Elektrode für Akkus oder Superkondensatoren. Der Vorteil von Papier sei, dass es so billig ist und sich auch ohne Zusatzstoffe fest mit Nanoröhren verbindet, sagt Yi Cui. „Das liegt an der porösen Struktur des Papiers.“

Hat man das Papier in die Tinte getaucht und an der Luft getrocknet, wird es zu einem außergewöhnlich guten Leiter. Die Stanford-Forscher testeten die Papierelektroden in verschiedenen Anwendungen. Ergebnis: Sie können mehr Energie speichern und ermöglichen höhere Stromstärken als bisherige Nanotube-Elektroden.

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(bsc)