NeugrĂĽndungen wollen Web-Spuren in Echtzeit analysieren
Start-ups wie Truviso lesen nutzergenerierte Datenpunkte aus, um Internet-Angebote zeitnah anzupassen.
Das "Realtime-Web" ist dieser Tage ein heißes Konzept: Sowohl Google als auch Microsoft überbieten sich darin, ihren Suchmaschinen Zugriff auf Echtzeit-Informationen zu verschaffen, die dann in den Ergebnislisten ganz oben stehen. Parallel dazu versuchen gleich mehrere Start-ups, Techniken zu entwickeln, mit denen die frischesten Informationen im Web gesammelt und vor allem auch praktisch genutzt werden können, berichtet Technology Review in seiner Online-Ausgabe.
Diese glauben, dass zum Echtzeit-Web mehr gehört als nur ein Abbild von Twitter-Postings, Status-Updates aus sozialen Netzwerken oder Links auf die neuesten journalistischen Nachrichten aus aller Welt. Enorm viele Daten werden vor allem hinter den Kulissen generiert – allein schon aus dem Nutzerverhalten heraus, egal ob ein User nun ein Video ansieht, eine Anzeige anklickt oder irgendetwas anderes in seinem Browser tut. Wenn diese Daten in Höchstgeschwindigkeit verarbeitet werden können, glauben die neuen Realtime-Firmen, ließen sich beispielsweise Möglichkeiten finden, Inhalte auf Websites noch besser anzupassen.
Sailesh Krishnamurthy, Mitbegründer der Datenanalyse-Firma Truviso aus dem kalifornischen Foster City, gehört zu den Pionieren auf dem Gebiet. Er meint, es würden bereits jetzt hunderte Milliarden Datenpunkte allein im Bereich des boomenden Online-Video-Segments geschaffen. "Wenn man diese Hits mit der sie begleitenden Werbung aggregiert, hat man ein komplexes Ökosystem von Firmen vor sich, die diese Anzeigen ausliefern, sie managen und ihren Erfolg zu ergründen suchen." Es sei ziemlich erstaunlich, wie viele Aktivitäten eine einzelne Nutzerinteraktion hinter den Kulissen inzwischen auslöse. Diese Daten würden derzeit nur nachträglich analysiert.
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(bsc)