Einigung über Stellenabbau bei Jenoptik
Insgesamt werden in diesem Jahr bei dem Konzern 400 Arbeitsplätze gestrichen, davon 160 in Frankreich, der Schweiz und den USA. Jenoptik hatte wegen des Nachfragerückgangs in diesem Jahr hunderte Mitarbeiter in Kurzarbeit geschickt.
Der Jenoptik-Konzern hat Sozialpläne für Stellenabbau in Thüringen und Baden-Württemberg vereinbart, mit dem auf den Umsatzrückgang reagiert wird. Insgesamt werden in diesem Jahr 400 Arbeitsplätze gestrichen, davon 160 in Frankreich, der Schweiz und den USA. Die Mitarbeiterzahl des Optik-Unternehmens, das unter der Krise der Halbleiter- und Autoindustrie leidet, soll sich 2010 wie angekündigt auf etwa 3000 verringern, teilte der Vorstand mit. Gleichzeitig wurde mit der IG Metall ein neuer Haustarifvertrag mit Laufzeit bis März 2011 vereinbart.
Am Konzernsitz in Jena sowie in Villingen-Schwennigen (Baden- Württemberg) soll den Mitarbeitern, die betriebsbedingte Kündigungen erhalten, die Übernahme in eine Transfergesellschaft angeboten werden. In Thüringen seien an den Standorten Jena und Triptis 56 Arbeitnehmer betroffen, in Villingen-Schwennigen etwa 50, sagte Vorstandschef Michael Mertin. "Wir müssen unsere Kostenstrukturen so einstellen, dass wir auch bei einem Umsatzniveau unterhalb von 2008 wettbewerbsfähig bleiben", erklärte er. Der erzielte Interessenausgleich sehe unter anderem Entgeltzuschüsse sowie Zuschüsse für Qualifizierungsangebote vor.
(Bild: Jenoptik)
Jenoptik hatte wegen des Nachfragerückgangs in diesem Jahr hunderte Mitarbeiter in Kurzarbeit geschickt. Zudem zog sich der im TecDAX notierte Konzern aus dem Geschäft mit Mittelformatkameras zurück und schloss einen Optik-Standort in Gießen. Diese Produktion wird derzeit nach Jena verlagert. Betroffen vom Stellenabbau sind vor allem die Sparten optische Systeme und industrielle Messtechnik.
Der neue Haustarifvertrag mit Nullrunden bis Ende September 2010 gilt für fünf Jenoptik-Gesellschaften in Jena mit rund 800 Arbeitnehmern. Zum 1. Oktober nächsten Jahres sollen die Entgelte um 1,0 Prozent steigen, ab Januar 2011 um 0,5 Prozent. Zudem gibt es neue Regelungen für die Beteiligung der Mitarbeiter am Konzerngewinn. Im Gegenzug werden betriebsbedingte Kündigungen im kommenden Jahr ausgeschlossen. Zudem sollen die Auszubildenden übernommen werden.
Jenoptik war in diesem Jahr in die roten Zahlen gerutscht. Per Ende September betrug der Verlust 14,9 Millionen Euro. Erwartet wird ein Jahresumsatz von 460 bis 500 Millionen Euro nach 548 Millionen Euro im Jahr 2008. (jk)