Implantat gegen den Sekundenschlaf

Ein US-Unternehmen will Schlafapnoen durch Muskelstimulation verhindern.

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Im Gegensatz zu den meisten anderen Forschern sehen es die Ingenieure beim kalifornischen Medizintechnik-Start-up ImThera Medical als Kompliment an, wenn jemand ihre Arbeit als "einschläfernd" bezeichnet. Der Grund: Das experimentelle Gerät, das die Firma gerade entwickelt, soll es Patienten mit Schlafapnoe-Syndrom erlauben, endlich wieder gefahrlos durchschlafen zu können, berichtet Technology Review in seiner Online-Ausgabe.

Die Atemerkrankung unterbricht den Schlaf regelmäßig und kann ernste Komplikationen hervorrufen – vom Herzinfarkt bis zum Sekundenschlaf am Tag, beispielsweise wenn der Betroffene mit dem Auto unterwegs ist. Der Goldstandard zur Behandlung der Erkrankung hört auf den Namen CPAP ("Continuous Positive Airway Pressure") – die so genannte pneumatische Schienung für die ambulante Therapie von Schlafapnoen. Diese Maschinen halten die Atemwege offen, indem sie ständig Luft durch eine Maske und damit in die Luftröhre einer Person pressen.

ImThera nutzt einen anderen Ansatz, der bislang noch wenig erforscht wurde: Der Neurostimulator der Firma wird am großen Nervus hypoglossus der Zunge angebracht und liefert elektrische Impulse an bis zu sechs verschiedenen Punkten, die auf die Muskeln wirken. "Das Ziel dabei ist es, die Atemwege frei zu halten, indem die Zunge sie nicht mehr blockieren kann", erklärt Firmenpräsident Marcelo Lima.

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(bsc)