Neue Reaktion soll Stickstoff leichter knacken
US-Forscher haben eine neue Methode entwickelt, um wichtige organische Verbindungen zu erzeugen.
Chemikern an der Cornell University im amerikanischen Ithaca ist ein wichtiger Durchbruch im Labor geglückt: Ihnen gelang es, einige der stärksten chemischen Verbindungen bei Zimmertemperatur und unter herkömmlichen Druckverhältnissen zu brechen. Damit könnte es bald möglich werden, wichtige stickstoffhaltige organische Verbindungen mit wesentlich weniger Energieaufwand herzustellen, als dies bislang durchführbar ist, berichtet Technology Review in seiner Online-Ausgabe. "Stickstoff-Kohlenstoff-Verbindungen sind das Rückgrat fast aller wichtiger Medikamente", sagt Cornell-Chemieprofessor Paul Chirik. Diese Chemie stecke in Nylon, in Dünger oder Insektiziden.
Damit Kohlenstoff und Stickstoff zusammenkommen, wird üblicherweise viel Energie benötigt, weil die Chemiker Ammoniak als Stickstoffquelle nutzen müssen. Chirik hat nun eine neuartige Reaktion entwickelt, bei der Kohlenstoffmonoxid und molekularer Stickstoff verwendet werden, um diese Verbindungen zu schaffen – und zwar im Gegensatz zu früheren Methoden energiesparend.
In seiner natĂĽrlichen Form ist molekularer Stickstoff eines der stabilsten MolekĂĽle auf der Erde. "Es gibt keine negativen oder positiven Enden, sodass er nur sehr schwer reagiert", so Chirik. Andere Chemiker arbeiten daran, biologische Enzyme nachzuahmen, die molekularen Stickstoff umbauen, um Ammoniak herzustellen, der dann der organischen Chemie als Ausgangsmaterial dienen kann. Chiriks Labor entwickelt dagegen eine Reaktion, bei der Stickstoff aufgebrochen wird, um organische Stickstoffverbindungen in einem Aufwasch zu erzeugen.
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(bsc)