Polymerpartikel im Kreislauf

US-Forscher haben künstliche rote Blutkörperchen geschaffen, die zum Wirkstofftransport verwendet werden könnten.

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Seit den Fünfzigerjahren versuchen Forscher bereits, die Fähigkeiten roter Blutkörperchen künstlich nachzuahmen. Die flexiblen Scheibchen transportieren Sauerstoff durch den Körper und zwängen sich dabei durch die engsten Kapillargefäße. Doch ihre physikalischen Eigenschaften, beispielsweise ihre spezielle gewölbte Form, ließen sich bislang nur schwer präzise nachbauen.

Eine Forschergruppe, die sich eigentlich auf neuartige Instrumente zur Medikamentenauslieferung konzentriert, hat nun eine neue Methode entwickelt, mit der sich biologisch abbaubare, biokompatible Polymerpartikel schaffen lassen, deren Größe, Form und Flexibilität der roter Blutkörperchen entsprechen soll. Die Wissenschaftler glauben, dass diese künstlichen Zellen nicht nur zum Sauerstofftransport verwendet werden könnten, sondern auch für viele weitere therapeutische oder bildgebende Verfahren, berichtet Technology Review in seiner Online-Ausgabe.

"Es wurden bereits mehr als tausend verschiedene Polymere geschaffen, die zur Medikamentenauslieferung dienen sollen. Wenn man sich diese allerdings im Gesamtüberblick ansieht, repräsentieren sie nur eine synthetische Welt – die Partikel sind stets akkurat kugelförmig", sagt Samir Mitragotri, Chemieingenieur an der University of California in Santa Barbara (UCSB), der das neue Forschungsprojekt leitet. Das sei bei seinen künstlichen Blutkörperchen nun nicht mehr so.

Mitragotri konnte bereits zeigen, dass die Partikel flexibel genug sind, um durch kapillargroße Röhrchen gepresst zu werden. Wirkstoffe lassen sich zu jeder Zeit des Prozesses ergänzen. Die Forschergruppe hat bereits Eisenoxid-Nanopartikel in die synthetischen Zellen eingehüllt und so ein mögliches Kontrastmittel für die Kernspintomographie geschaffen.

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(bsc)