Online-Dienst der Musikindustrie geht mit neuer Führungsspitze an den Start
"Publikumsstart im ersten Quartal" -- so die Ansage des neuen Verantwortlichen für PhonoLine, die Downloadplattform der deutschen Musikindustrie.
Bent Stoehmann heißt der neue Mann an Bord der PhonoNet, der in Zukunft für die Entwicklung der Branchenplattform PhonoLine für den Download von Musik aus dem Internet verantwortlich ist. Der 33-jährige Diplom-Volkswirt hat die Aufgabe, Businesspartner als Shopanbieter zu gewinnen sowie Marketing- und Vertriebsstrukturen zu koordinieren. Als einer der ersten Partner hatte die Einzelhandelskette Saturn kürzlich angekündigt, mit PhonoLine-Content an den Start zu gehen. "Als Zielmarke für den Publikumsstart mit ersten Online-Shops haben wir das erste Quartal 2004 angepeilt", erklärte Stoehmann gegenüber heise online. Anfang Dezember wolle man das B2B-Portal für zukünftige Shop-Anbieter zur Verfügung stellen -- sofern die Telekom-Tochter T-Com die Infrastruktur zu diesem Zeitpunkt fertig gestellt hat.
Insider-Informationen, denen zufolge neben Saturn auch Bild, RTL und VIVA zu den ersten Anbietern von PhonoNet-Inhalten zählen, wollte Stroehmann nicht bestätigen. Gerade der jugendliche Musiksender dürfte zu den Traumpartnern der Branchenplattform zählen: Die jugendliche Klientel zählt zur Hauptzielgruppe, und VIVA-Konkurrent MTV ist schon mit dem britischen Anbieter OD2 im Boot. Auch das von Universal betriebene Online-Angebot Popfile dürfte wenig Probleme haben, PhonoNet-Inhalte anzubieten -- schließlich setzt das Portal schon seit seinem Start auf das Universal Delivery System (UDS) der T-Com.
"Wenn wir im ersten Quartal 2004 keine Kunden auf der Plattform haben, können sie mich vierteilen", versprach Stroehmann im Gespräch mit heise online. Seine Vision für Mitte 2004: "Ein kleiner Händler hat eine Liste mit Titeln, die er anbieten will und kann sich von den betroffenen Labels standardisierte Verträge zuschicken lassen, die ihm den Online-Vertrieb erlauben." PhonoLine bietet gegen ein einmaliges Entgelt zwar die technische Abwicklung des Downloads, die urheberrechtlichen Aspekte bleiben indes unberührt: Jeder Anbieter von Online-Musik muss sich nach wie vor um Vertriebslizenzen bei den einzelnen Labels bemühen. Ein Fakt, der den Kreis der möglichen Online-Shops deutlich einschränken dürfte. Stroehmann hofft, dass die Label PhonoLine durch ein möglichst unkompliziertes Lizenzierungsverfahren den nötigen Rückenwind geben: "Wir können nur beten, dass sie Ja sagen." (sha)