Bundesagentur fĂĽr Arbeit: Reinemachen in der Datenbank

Die Nürnberger Behörde hat die Profile von rund 400 angeblichen Arbeitgebern aus den Datenbeständen ihrer Online-Jobbörse gelöscht. Zuvor war bekannt geworden, dass das Portal nicht nur für Arbeitsvermittlungen genutzt wird, sondern auch zum Abgreifen von Daten, um Finanzgeschäfte anzubahnen.

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Von
  • Peter-Michael Ziegler

Die Bundesagentur für Arbeit (BA) hat laut einem Bericht der Süddeutschen Zeitung (SZ) die Datensätze von rund 400 angeblichen Arbeitgebern gelöscht, die das Online-Job-Portal der BA möglicherweise nur dazu genutzt haben, um Bewerberdaten abzugreifen. So soll etwa eine Berliner Firma zirka 2500 Stellenangebote aus unterschiedlichen Branchen in die Jobbörse eingestellt hatte, um an persönliche Daten für Vermittlungsgeschäfte zu gelangen.

Die laschen Zugangskontrollen zur Jobdatenbank würden zum Missbrauch geradezu einladen, hatte der Bundesdatenschutzbeauftragte Peter Schaar unlängst kritisiert . Grund ist dabei unter anderem, dass sich Interessenten zunächst ohne Vorlage etwa einer Betriebsnummer oder eines Gewerbescheins bei dem Online-Stellenportal anmelden und Jobs anbieten konnten. Nimmt man den Fall der Berliner Firma, können unseriöse Anbieter auf diesem Weg schnell an Zehntausende Bewerberprofile mit sehr sensiblen Daten gelangen.

Inzwischen hat die Bundesagentur für Arbeit die Kontrollen aber verschärft. So erhalten Unternehmen eine Zugangs-PIN für die Online-Jobbörse jetzt erst nach einem Abgleich mit der Betriebsnummern-Datenbank der Bundesagentur für Arbeit. Auch wurden laut BA bereits mehr als 34.000 Arbeitgeber näher überprüft, die für die Online-Jobbörse registriert sind. Durch das Raster fielen die bereits erwähnten rund 400 "Arbeitgeber". 280 davon konnte nicht einmal ein Schreiben der Bundesagentur für Arbeit zugestellt werden. (pmz)