Automatische Bilderkennung in allen Bereichen
"Sehende" Computer sind aus dem Alltag vieler Firmen nicht mehr wegzudenken - von der MaterialprĂĽfung bis zur 3-D-Filmindustrie.
Appetitlich sieht das Zeug auf dem Fließband nicht gerade aus: zusammengedrückte Zahnpastatuben, ausgelöffelte Joghurtbecher, leer getrunkene Colaflaschen – das Inventar einer Recycling-Tonne. Nur: Um das Plastik effektiv wiederverwerten zu können, müssen die verschiedenen Kunststoffsorten, aus denen die Verpackungen jeweils bestehen, hübsch ordentlich voneinander getrennt werden. Und das ist immer öfter die Arbeit von Maschinen. Möglich wird das durch eine automatische Bildverarbeitung, deren Methoden immer schneller, leistungsfähiger und raffinierter werden.
"Sehende Automaten" sind heute in der Lage, fehlerhafte Chip-Leiterbahnen zu erkennen, kaputte Pfandflaschen in einem Kasten aufzuspüren – oder eben eine PET-Buddel von einer Shampooflasche aus Polypropylen zu unterscheiden, berichtet Technology Review in seiner Online-Ausgabe in einem ausführlichen Report zum Thema digitale Bilderkennung. Damit können sie den Menschen als Sortierer oder Qualitätsprüfer nach und nach ersetzen. Zwar ist das menschliche Hirn meisterhaft in der Lage, Bilder zu deuten, zu vergleichen und sich zu merken. Doch gerade in der Akkord-Routine am Fließband droht die Konzentration eines Prüfers mit der Zeit nachzulassen, die Fehlerquote steigt. Hinzu kommt: Eine Prüfmaschine ist meist deutlich billiger als ein Inspektor aus Fleisch und Blut.
Kommerzielle Bilderkennungssysteme kamen zunächst in den Werkhallen der Industrie zum Einsatz. Heute finden sie sich in vielen anderen Bereichen: Im Auto helfen Fahrassistenzsysteme bereits beim Einparken und Spurhalten. Sie können sogar Personen erkennen und Einsicht in tote Winkel ermöglichen. In Krankenhäusern und Arztpraxen unterstützen intelligente Bildgebungsverfahren die Mediziner bei der Diagnose von Tumoren oder Herzerkrankungen. Notebooks mit Gesichtserkennungssoftware können berechtigte User identifizieren. Und ausgeklügelte Konvertierungsprogramme sorgen dafür, dass ein ganz normaler Kinofilm zu einem spektakulären 3-D-Streifen wird.
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(bsc)