DVD-Hacker wehrt sich gegen Vorwürfe
Jon Lech Johansen muss sich kommende Woche erneut vor Gericht verantworten. Er wehrt sich gegen diverse Vorwürfe wegen des von ihm geknackten Rechtemanagements von Apples AAC-Songs.
Jon Lech Johansen wehrt sich in seinem Weblog gegen Vorwürfe, er sei durch das Knacken des Rechtemanagements bei AAC-Songs für Apples iTunes Music Store zu weit gegangen. Er habe eine Reihe von E-Mails dieses Inhalts bekommen, in denen ihm bescheinigt wird, die Umgehung des Kopierschutzes bei DVDs für Linux-Nutzer sei in Ordnung. "Keiner von ihnen hat erklärt, worin der Unterschied besteht", schreibt Johansen. "Stattdessen schwärmen sie mir vor, wie toll Apples Musikdienst ist und dass Rechtemanagement ein guter Kompromiss ist." Dabei sei "fair use" -- unter dem momentan auch in den USA noch die uneingeschränkte Kopiermöglichkeit für den privaten, nicht-kommerziellen Gebrauch verstanden wird -- der eigentlich angebrachte Kompromiss.
Die Absender der E-Mails würden übersehen, dass es nicht Apple oder Microsoft seien, die die Regeln für Digital Rights Management (DRM) bestimmten, sondern die Musikindustrie. Die Recording Industry Association of America könne diese jederzeit ändern. Angesicht der Vergangenheit sei es wahrscheinlich, dass sie es auch tun werde, meint Johansen, wenn die Verbraucher DRM akzeptiert hätten. Es gebe beispielsweise schon DVDs, die Werbung beinhalten, die nicht übersprungen werden könne. In der kommenden Woche muss sich Johansen erneut vor einem norwegischen Gericht wegen angeblich rechtswidriger Umgehung des Kopierschutzes für DVDs verantworten. (anw)