EU-Minister beschließen biometrische Merkmale für Visa
Für Visa und Aufenthaltstitel werden künftig das Gesichtsbild und die Abdrücke von zwei Fingern auf einem Chip gespeichert.
Die Innen- und Justizminister der EU haben sich heute in Brüssel über die Einführung biometrischer Merkmale in Visa und Aufenthaltstitel geeinigt. Außerdem haben sie grünes Licht für die Europäische Grenzschutzagentur gegeben, teilte Bundesinnenminister Otto Schily mit, der die Initiative dazu gegegen habe. Es entstehe die zweite europäische polizeiliche Sicherheitsbehörde neben Europol.
Für Visa und Aufenthaltstitel werden künftig das Gesichtsbild und die Abdrücke von zwei Fingern auf einem Chip gespeichert. Die Einführung soll nach einer Übergangszeit von drei Jahren erfolgen, wenn die technischen Spezifikationen vorliegen. Die Kommission will außerdem Vorschläge zur Einführung biometrischer Merkmale in Pässen für Unionsbürger vorlegen. "Damit seien die Weichen für eine entscheidende Verbesserung bei der Bekämpfung der illegalen Migration und des Terrorismus gestellt", freut sich Schily.
Kommendes Jahr soll außerdem über die Einrichtung eines Europäischen Visuminformationssystems entschieden werden, das ebenfalls biometrische Daten enthalten soll. Die Einigung geht zurück auf Vorschläge, die Schily nach den Anschlägen des 11. September 2001 vorgelegt hatte, heißt es aus dem Ministerium. (anw)