Lieber richtig messen

Bei einem Kundenrechner liegen am Gehäuse 12 Volt Wechselspannung an. Die hat mein digitaler Phasenprüfer sogar nach dem Ausbau des Netzteiles angezeigt. Der Effekt stellte sich ebenfalls mit einem Ersatzgerät ein. Sobald ich aber mit der anderen Hand nah ans Netzteil komme, verschwindet die Spannung, bei Berührung sowieso. Ich bin nun irritiert: Deuten die 12 Volt auf ein Problem mit der Elektrik hin?

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Bei einem Kundenrechner liegen am Gehäuse 12 Volt Wechselspannung an. Die hat mein digitaler Phasenprüfer sogar nach dem Ausbau des Netzteiles angezeigt. Der Effekt stellte sich ebenfalls mit einem Ersatzgerät ein. Sobald ich aber mit der anderen Hand nah ans Netzteil komme, verschwindet die Spannung, bei Berührung sowieso. Ich bin nun irritiert: Deuten die 12 Volt auf ein Problem mit der Elektrik hin?

Digitale Phasenprüfer taugen allenfalls zum Fingernagelreinigen, Probleme mit der Schutzerdung von PCs oder anderen Geräten kann man damit nicht aufdecken.

Digitale Phasenprüfer der 2-Euro-Klasse wie das Modell im Bild taugen zum Messen noch weniger als ihre analogen Pendants, nämlich gar nicht. In Ihrem Fall hat der Stift lediglich die Antennenspannung Ihres Körpers in dem von der Hauselektrik erzeugten 50-Hz-Wechselfeld angezeigt. Wenn Sie Probleme mit der Schutzerdung eines PC aufdecken wollen, brauchen Sie ein digitales Handmultimeter, mit dessen beiden Messleitungen Sie die Wechselspannung zwischen Gehäuse und dem Schutzleiter einer korrekt dreipolig angeschlossenen Steckdose messen. Ein Heizkörper oder Heizungsrohr funktioniert übrigens nicht als Bezugspunkt: Heutzutage sind häufig Kunststoffrohre verbaut (schon ein ersetztes Zwischenstück reicht), dort haben Sie also kein brauchbares Erdpotenzial.

Zeigt das Multimeter nun mehr als ein paar hundert Millivolt (0,1–0,5 Vac) an, ist etwas nicht koscher (vermutlich klassische Nullung in der Hausinstallation trotz dreiadrigen Stichleitungen). Das muss allerdings noch nicht bedeuten, dass die Verbindung zwischen Schutzleiter und PC-Gehäuse unterbrochen ist. Stellt sich indes ein Wert von mehreren 10 Vac ein, dann stimmt definitiv etwas mit dem Schutzleiteranschluss des Rechners oder der Hausinstallation nicht. Ersteres können Sie mit einer Widerstandsmessung zwischen Gehäuse und Schutzleiterkontakt des herausgezogenen Netzsteckers prüfen. Mehr als einige Zehntel Ohm (abhängig von der Geräteempfindlichkeit) sollte das Multimeter nicht anzeigen. Ist das der Fall, dann muss ein Elektrofachmann einen gründlichen Blick auf Ihre Stromnetzinstallation werfen. Zeigt das Gerät deutlich mehr als ein, zwei Ohm an, dann sollten Sie die Netzleitung austauschen. (ea)