Axel Springer öffnet 68er-Archiv im Netz
Ab kommenden Sonntag sollen 5900 Zeitungsartikel des Verlags aus der Zeit von 1966 bis 1968 im Internet nachlesbar sein.
Der Verlag Axel Springer öffnet am Sonntag ein Internetarchiv mit 5900 Artikeln aus der Zeit von 1966 bis 1968. Damit will das Medienhaus laut Mitteilung zeigen, wie die Springer-Redaktionen von "Bild", "Die Welt" und anderen Zeitungen über die 68er-Bewegung berichtet haben. Mit der Datenbank möchte der Verlag, der ein Feindbild der linken Szene war, einen Impuls zur Aufarbeitung der Epoche geben. Im Juli war ein Gespräch, eine Neuauflage des "Springer-Tribunals", zwischen beiden Seiten nach Springer-Angaben von den damaligen Akteuren der 68er-Bewegung abgesagt worden.
1968 hatten sich Studenten zu einem ersten "Springer-Tribunal" gegen den Verlag getroffen. Sie warfen den Zeitungen vor, mit "hetzerischen" Berichten zur Gewalteskalation beigetragen zu haben. Während der Proteste war das Verlagshaus in der Kochstraße immer wieder Ziel von Demonstrationen. Am Gründonnerstag 1968 brannten dort Lieferfahrzeuge, Glastüren und Fenster wurden zerschlagen. (anw)