Wissenschafts-KI soll helfen, Drogen aufzuspĂĽren
Das KI-Programm Eureqa, das aus experimentellen Daten selbstständig wissenschaftliche Hypothesen extrahiert, soll zur Entwicklung eines Drogentests eingesetzt werden.
Das KI-Programm Eureqa, das aus experimentellen Daten selbstständig wissenschaftliche Hypothesen extrahiert, soll zur Entwicklung eines Drogentests eingesetzt werden. Das meldet die Cornell University auf ihrer Website.
Das Programm war im April 2009 von den an der Cornell University arbeitenden Wissenschaftlern Michael Schmidt und Hod Lipson in einem im Wissenschaftsjournal Science erschienenen Aufsatz vorgestellt worden: Die Software benutzt die so genannte symbolische Regression – dabei werden Daten gesucht, die einen Zusammenhang haben könnten. Diese Daten versucht das Programm mit Hilfe von Gleichungen anzufitten. Die besten Gleichungen werden kombiniert, modifiziert, und wieder getestet, dann wieder modifiziert und so weiter – bis die bestmögliche mathematische Beschreibung gefunden ist. Um die Fähigkeiten ihres Ansatzes zu demonstrieren, hatten die Wissenschaftler die Bewegungsdaten eines so genannten Doppelpendels analysieren lassen. Nach rund einem Tag Rechenzeit hatte Eureqa aus den Bewegungsdaten den so genannten Hamilton-Operator des Doppelpendels gefunden und daraus auf die Erhaltung des Gesamtdrehimpulses geschlossen.
Jetzt soll Eureqa die Wirkung verschiedener Drogen auf die weißen Blutkörperchen von Ratten untersuchen. Der Schwerpunkt dieser Untersuchung liegt dabei auf den Stoffwechsel-Veränderungen, die durch einen länger andauernden Drogenkonsum ausgelöst werden. Ziel des mit 2,7 Millionen US-Dollar geförderten Programms ist die Entwicklung eines betrugssicheren Drogentests – möglicherweise ergeben sich aus den Ergebnissen aber auch Hinweise auf eine Therapie für Süchtige. Die KI soll nicht nur die experimentellen Daten auswerten, sondern selbstständig neue Experimente planen und mit Hilfe eines angeschlossenen Roboters auch durchführen. (wst)