Kirch will von Deutscher Bank sechs Milliarden Euro fordern
Für die Deutsche Bank könnte es nach einem ersten Gerichtserfolg von Kirch eng werden.
Der gescheiterte Münchener Medienunternehmer Leo Kirch will von der Deutschen Bank sechs Milliarden Euro Schadenersatz fordern. Wie der Focus meldet, wolle Kirch zwei dementsprechende Klagen bis Mitte 2004 einreichen. Sollte der Ex-Medienzar erfolgreich sein, verspricht es unangenehm für das Bankhaus zu werden, hat es dem Bericht zufolge doch keine Risiko-Vorsorge für mögliche Zahlungen an Kirch getroffen.
Die Welt am Sonntag ist der Meinung, dass der frühere Deutsche-Bank-Chef Rolf Breuer in Regress genommen werden könnte, wenn Kirch mit seinen Forderungen durchkommt. Nach Informationen der Zeitung ist der Versicherungsschutz allerdings auf 200 Millionen Euro begrenzt.
Am Mittwoch vergangener Woche war bekannt geworden, dass das Münchener Oberlandesgerichts im Rechtsstreit zwischen dem Ex-Medienmogul Leo Kirch und der Deutsche Bank AG dem Medienunternehmer einen Schadenersatzanspruch zugesprochen hat. Laut dem Gericht könne die Deutsche Bank gegen dieses Urteil keine Revision einlegen. Hintergrund der Angelegenheit waren Äußerungen des Ex-Konzernchefs der Deutschen Bank, Breuer, in einem Fernseh-Interview zur Kreditwürdigkeit der Kirch-Gruppe, in denen dieser das Bankgeheimnis verletzt und somit die Insolvenz des Medienkonzerns mit verursacht haben soll.
Der sonst so medienscheue Kirch äußerte sich gegenüber dem Focus sehr zufrieden mit seinem Erfolg: "Mein Glaube an Gerechtigkeit ist bestätigt worden." (tol)