Bericht: Motorola ĂĽberdenkt Aufspaltung

Einem Zeitungsbericht zufolge will das Management des angeschlagenen US-Konzerns in den nächsten Tagen über die Zukunft der einzelnen Geschäftsbereiche beraten. Die bereits laufende Versteigerung der Netzwerksparte könnte ausgesetzt werden.

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Der US-Konzern Motorola überdenkt offenbar seine Pläne, die Netzwerksparte in ein eigenständiges Unternehmen abzuspalten. Das Unternehmen könne die Versteigerung der Sparte stoppen, berichtet das Wall Street Journal unter Berufung auf mit den Vorgängen vertraute Personen. Ein Grund sei, dass sie bisher eingegangenen Gebote mit 3 bis 4 Milliarden US-Dollar niedriger ausgefallen seien als die erwarteten 5 Milliarden US-Dollar (knapp 3,5 Milliarden Euro).

Unsicher sei, ob die für Mitte Februar angesetzte nächste Auktionsrunde stattfinden werde, heißt es weiter. In den kommenden Tagen sollen das Motorola-Management und der Aufsichtsrat erneut über künftige Strategie für alle Geschäftsbereiche beraten. Dabei werde auch erwogen, ob die Bereiche für Netzwerkzubehör und Mobiltelefone nicht unter einem Dach bleiben sollten. Motorolas Netzwerksparte stellt unter anderem Kabelreceiver und Mobilfunkzubehör her.

Hintergrund für die neuen Überlegungen sei auch die Wiederbelebung des Handygeschäfts, in dem zuletzt wieder eine leichte Erholung zu spüren war. Motorola hatte zunächst geplant, auch die Handy-Sparte abzuspalten, hielt angesichts der schwierigen Wirtschaftslage im vergangenen Jahr dann aber an dem kränkelnden Geschäftsbereich fest. Mit Android-Smartphones will der einst so stolze Handyhersteller nun den Neustart schaffen

Zwar verliert Motorola weiter an Marktanteil, doch sieht der Konzern nach einer schmerzhaften Restrukturierung, die tausende Mitarbeiter den Job kostete, wieder Licht am Ende des Tunnels. Nach einem Milliardenverlust Anfang 2009 konnte Motorola insgesamt zuletzt wieder schwarze Zahlen erwirtschaften.

Nach der steilen Talfahrt bei Mobiltelefonen ist der Netzwerkbereich inzwischen Motorolas umsatzstärkstes Geschäft. Zu den Interessenten für die Netzwerksparte gehören nach Informationen des Wall Street Journal verschiedene Investmentgesellschaft sowie die Branchenvertreter Huawei Technologies und Arris Group. (vbr)