Hormonsensor fürs Smartphone
Ein US-Start-up druckt kostengünstige Sensoren aus Kohlenstoffnanoröhrchen aus.
Ähnlich wie Blutzuckermessinstrumente die Diabetes-Bekämpfung revolutioniert haben, könnte ein neues Gerät des kalifornischen Start-ups Aneeve Nanotechnologies bald die Therapie hormoneller Störungen erleichtern. Der darin enthaltene Sensor soll unter anderem bei der Erforschung und Behandlung von Unfruchtbarkeit eingesetzt werden und könnte zudem bessere Daten zur Menopause und über mit Hormonschwankungen in Verbindung stehende Krankheiten liefern, berichtet Technology Review in seiner Online-Ausgabe.
Aneeve ist Teil eines neuen Technologie-Gründungsprogramms der University of California in Los Angeles (UCLA). Die Firma will in wenigen Jahren kostengünstige Detektoren bauen, die sich mittels bestehender Drucktechniken und einer Tinte aus Kohlenstoffnanoröhrchen herstellen lassen. So entstehen Nanoschaltkreise, deren elektrische wie optische Eigenschaften sich verändern, wenn sie sich an das natürliche Östrogen Estradiol binden. Diese Daten werden dann per Funk an ein Auswertungsgerät übertragen.
Mit einem einfachen Heimmessgerät könnten Frauen ihr Hormonniveau dagegen ständig im Blick behalten. Funktionieren soll das ähnlich wie bei Diabetikern: Die Benutzerinnen stechen sich mit einer kleinen Nadel in den Finger und geben diesen Blutstropfen dann auf einen Wegwerfstreifen aus Kohlenstoffnanoröhrchen. "Wenn eine Frau nicht schwanger wird, lässt sich das Hormonniveau über mehrere Monate lang beobachten, um die Befruchtung dann bei optimalen Werten durchzuführen", sagt Galatsis. Im Endausbau plant Aneeve ein kleines Gerät, das sich beispielsweise in ein Smartphone einschieben ließe. Ein ausentwickelter Prototyp soll in anderthalb Jahren fertig sein.
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(bsc)