Dell hat große Pläne in Deutschland

Der weltgrößte Computerhersteller strebt auch auf dem deutschen Markt die Spitzenposition an, will hierzulande aber keine Produktion aufbauen.

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Von
  • Jürgen Kuri

Der weltgrößte Computerhersteller Dell strebt auch auf dem deutschen Markt die Spitzenposition an. Es sei nur "eine Frage der Zeit" bis der bisherige Marktführer Fujitsu Siemens abgelöst werde, sagte der Chef des US-Konzerns Michael Dell in einem Interview mit dem Handelsblatt . Bereits vor einiger Zeit hatte der US-Konzern betont, die Chancen für weiteres Wachstum sehe man vor allem durch Zulegen bei den Verkäufen außerhalb der USA; besonders Deutschland sei dabei ein wichtiger Markt. An eine Produktion hierzulande oder in einem anderen Land Europas denkt der texanische Konzern allerdings nicht.

Billiganbieter wie Medion machten den Computerherstellern zwar zu schaffen. Der bei Dell für das Tagesgeschäft verantwortliche Manager Kevin Rollins meinte aber: "Diese Hersteller werden langfristig nicht überleben." Das Geschäftsmodell werde sich letztlich nicht durchsetzen. "Es gibt genügend Beispiele aus den vergangenen Jahren, dass diese Anbieter einfach nicht durchhalten". Der Ausstieg von 4MBO aus dem PC-Geschäft scheint dem Dell-Manager recht zu geben: Die Firma hatte ähnlich wie Medion das PC-Geschäft auch mit Verkäufen über Discounter und Sonder-Aktionen betrieben.

Dell ist trotz der langen Branchenkrise für 2004 durchaus optimistisch. "Es sieht so aus, als würden die großen Konzerne langsam wieder in neue IT-Ausrüstung investieren. Das könnte den erhofften Durchbruch bringen", betonte Rollins. Bei Privatkunden sei das Geschäft schon seit einigen Monaten wesentlich besser gelaufen. Auch aus dem Mittelstand vermeldet Dell positive Signale, vor allem in Europa. (jk)