MPlayer-Entwickler bezichtigen DVD-Player-Hersteller des Diebstahls
Die Entwickler des universellen Linux-Mediaplayers Mplayer sind sauer auf den dänischen DVD-Player-Hersteller KiSS Technology A/S.
Die Entwickler des universellen Linux-Mediaplayers MPlayer sind sauer auf den dänischen DVD-Player-Hersteller KiSS Technology A/S. In den vergangenen Tagen häuften sich Hinweise, dass für die Firmware der mit Linux betriebenen DivX-tauglichen DVD-Player Teile des MPlayer sowie unter GPL oder als freie Software veröffentlichte Bibliotheken (libMAD, mpg321, libjpg) verwendet werden. Prinzipiell stellt das noch kein Problem dar, allerdings verlangt die GNU General Public License (GPL), dass Programme, die Teile von GPL-Software nutzen, auch selbst unter GPL veröffentlicht werden. KiSS stellt derweil aber nur den Linux-Kernel (uLinux 2.4.17) und die BusyBox-Utilities zum Download bereit. Letztere finden sich übrigens auch bei diversen anderen Produkten wieder, deren Hersteller nicht den (kompletten) Quellcode ihrer Applikationen veröffentlicht haben, siehe dazu die Hall of Shame auf der BusyBox-Homepage.
Da die KiSS-Firmware für die DivX-Wiedergabe (beispielsweise deren Untertitel) augenfällige Übereinstimmungen mit MPlayer-Routinen aufweist, sehen es die MPlayer-Entwickler als erwiesen an, dass KiSS Technology die Software "gestohlen" oder doch zumindest eine GPL-Verletzung begangen habe. Demzufolge müsste KiSS Technology die entsprechenden Programmteile entweder aus seiner Firmware entfernen oder aber die komplette Software unter GPL stellen. Letzteres dürfte den Anwendern vermutlich sogar lieber sein, denn momentan hat die Firmware der KiSS-Player noch einige Macken, um deren Beseitigung sich die Linux-Gemeinde sicherlich gerne kümmern würde. (vza)