Versuchschip für Kosmetiktests
US-Forscher haben ein Mikrofluidiksystem entwickelt, das Tierversuche überflüssig machen könnte.
Forscher des US-Unternehmens Hurel Corporation haben einen neuen Versuchschip für Allergietests entwickelt. Das Mikrofluidiksystem soll künftig Tierversuche der Kosmetikindustrie ersetzen und wird unter anderem in Zusammenarbeit mit dem französischen L'Oreal-Konzern hergestellt, berichtet Technology Review in seiner Online-Ausgabe.
Motivation für die Entwicklung ist nicht nur das Problem der Tierversuche, die in der EU für Kosmetikprodukte bis 2013 ausnahmslos verboten werden sollen. "Ein weiterer wichtiger Benefit sind Kostenvorteile", sagt Hurel-Chef Robert Freedman. So müsse ein Unternehmen bei Kleintierstudien bis zu 1000 Dollar pro Lebewesen aufwenden. "Außerdem gibt es aus ethischen Gründen eine große Nachfrage – so etwas sollte einfach nicht mehr getan werden." Das Mikrofluidiksystem könne pro Durchgang das Leben von bis zu 25 Versuchstieren schonen. "Wenn wir clever genug sind, zum Mond zu reisen, sollten wir auch clever genug sein, Chemikalien zu testen, ohne andere Lebewesen zu verletzen."
Der Hurel-Chip soll zunächst einen wichtigen Test ersetzen: die lokale Lymphknotenprobe, die häufig zur Untersuchung neuer chemischer Zusammensetzungen in der Kosmetik eingesetzt wird. Derzeit werden diese Testreihen an weiblichen Mäusen durchgeführt, einige Labors nutzen auch noch eine ältere (und noch problematischere) Methode mit Meerschweinchen.
Chad Sandusky, Direktor für Toxikologie und Forschung der US-Ärztekommission für verantwortliche Medizin, meint, es sei schwer zu sagen, wie viele Tiere derzeit für die Hautallergietests eingesetzt würden. Er schätzt aber, dass mindestens 10.000 Tiere pro Jahr getötet werden: "Das ist ein sehr häufig durchgeführter Test."
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(bsc)