WLAN: Neue Tweaks für Prism-Chips

Passend zur CES soll Nitro XM mit verschiedenen Techniken Funknetze besser Filme übertragen lassen.

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Kurz vor der CES kündigte GlobespanVirata, seit Mitte 2003 Hersteller der WLAN-Chipfamilie Prism, weitere Verbesserungen an seinen Treibern an. Nitro XM (eXtreme Multimedia) soll durch Kombination von Protection (vermeidet Kollisionen in Funkzellen mit 11g- und 11b-Clients), Packet Bursting (Senden mehrerer Datenpakete in einem Rutsch, vergangenes Jahr unter dem Namen Nitro bereits eingeführt), Kompression und Concatenation (kombiniert mehrere kleine zu einem größeren WLAN-Paket, bereits von US Robotics implementiert) den Durchsatz steigern.

Mit der ebenfalls dazugehörigen DirectLink-Technik greift GlobespanVirata auf den im Sommer zu verabschiedenden IEEE-Standard 802.11e vor. 802.11e zielt mit Änderungen im Medienzugriff auf Verbesserung der Übertragungsqualität, wovon insbesondere Video-Übertragung per WLAN profitiert. DirectLink gestattet laut GlobespanVirata auch in Funkzellen mit Access Point (Infrastruktur-Modus) eine direkte Kommunikation zwischen zwei Clients. Dies beschleunigt die Übertragung in günstigen Fällen -- beide Clients haben zueinander eine gute Verbindung -- auf das Doppelte, weil der Access Point dabei nicht mehr als Relaisstation arbeiten muss. Weil GlobespanViratas DirectLink keine Implementierung des in 802.11e vorgesehenen Directlink sei, könne man es auch mit gewöhnlichen, nicht aufgerüsteten Access Points nutzen.

Nitro XM soll bis zu 140 MBit/s und maximal 40fachen Durchsatz gegenüber normalem 11g/11a-WLAN erreichen, doch ist dies ein hochgerechneter Wert. In der Praxis arbeiten die Chips weiterhin mit maximal 54 MBit/s brutto. Von der Nitro-XM-Kompression profitiert man zudem nur, wenn unkomprimierte Daten übertragen werden, also beim Internet-Surfen nur der Text von nicht verschlüsselten Webseiten. Dort erreicht GlobespanVirata nach eigenen Angaben eine Reduzierung um bis zu 75 Prozent. Bei Videoströmen wird die Komprimierung keinen Vorteil bringen. Was von der hohen versprochenen Datenrate netto übrig bleibt, muss die Praxis zeigen. Probleme in Funkzellen mit WLAN-Chips anderer Hersteller sollen jedenfalls ausbleiben, weil Nitro XM laut Hersteller weiterhin standardkompatibel funkt. (ea)