MusicDNA will digitales Musik-Business evolutionieren
Auf der Musikmesse MIDEM in Cannes stellte Bach Technology eine Rich-Media-Erweiterung für Audioformate vor, die Songs und Alben ähnlich wie iTunes LP mit zusätzlichen Metainformationen, Songtexten, Webinhalten und Videos verknüpfen soll.
Auf der Musikmesse MIDEM in Cannes stellte Bach Technology eine Rich-Media-Erweiterung für Audioformate vor, die Songs und Alben ähnlich wie iTunes LP ("Cocktail") mit zusätzlichen Inhalten wie Songtexten, Web- und Twitter-Feeds oder Videos verknüpfen soll. Wiedergeben lassen sich die Inhalte mit dem MusicDNA Player.
Seinen Namen verdankt MusicDNA einer Analysefunktion, die gewissermaßen die Essenz der Musik herausdestillieren soll und sich in 14 Metadaten-Typen niederschlägt – von den klassischen Metainformationen wie Genre, Sub-Genre und Tempo bis hin zu Agressivität, Instrumentendichte oder Soloinstrument. All das soll in einem zur Metadatenbeschreibungssprache MPEG-7 konformen XML-Container gespeichert werden, Die Kerntechnologie von MusicDNA stammt vom Fraunhofer Institut für Digitale Medientechnologie (IDMT) des MP3-Erfinders Karlheinz Brandenburg.
Bei MusicDNA handelt es sich mitnichten um einen Nachfolger von MP3 oder anderen Audiokompressionsformaten, sondern höchstens um eine Erweiterung. Auch wenn Bach Technology den MP3-Erfinder mit an Bord hat, bleibt abzuwarten, welche Chancen MusicDNA hat. Denn nicht nur Apple geht mit iTunes LP andere Wege. Die vier großen Musikfirmen Sony, Warner, Universal und EMI entwickeln mit CMX eine eigene "digitale Albumhülle", die die gekaufte Musik ebenfalls um eine Rich Media Experience ergänzen soll. Ursprünglich wollten die Labels mit Apple gemeinsame Sache machen, doch dann kochte der iTunes-Store-Betreiber sein eigenes Süppchen. (vza)