Siemens fordert 20 Millionen Euro von Ex-Vorständen

Einen Tag vor der Jahreshauptversammlung hat die Siemens AG bekannt gegeben, dass die ehemaligen Konzernvorstände Thomas Ganswindt (Telekommunikation) und Heinz-Joachim Neubürger (Finanzen) verklagt werden. Beide weigern sich, Schadensersatz in Millionenhöhe wegen des Korruptionsskandals bei Siemens zu leisten – jetzt könnte es noch teurer werden.

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Von
  • Peter-Michael Ziegler

Einen Tag vor der Jahreshauptversammlung hat die Siemens AG am Montag bekannt gegeben, dass beim Landgericht München Klage gegen die ehemaligen Konzernvorstände Thomas Ganswindt (Telekommunikation, Com-Sparte) und Heinz-Joachim Neubürger (Finanzen) eingereicht wurde. Der Konzern wirft Ganswindt und Neubürger sowie anderen früheren Managern und Aufsichtsräten vor, ihrer Aufsichtspflicht nicht ausreichend nachgekommen zu sein, was den Siemens-Korruptionsskandal begünstigt habe.

Während sich Unternehmensangaben zufolge neun ehemalige Vorstände und Aufsichtsräte inzwischen mit Siemens auf Schadensersatzzahlungen in Höhe von 500.000 Euro bis 5 Millionen Euro geeinigt haben (darunter die einstigen Konzernchefs Heinrich von Pierer und Klaus Kleinfeld), wurde mit den anderen beiden Ex-Vorständen keine außergerichtliche Einigung erzielt. Von Neubürger und Ganswindt, der zeitweise sogar in Untersuchungshaft saß, hatte Siemens zunächst vier Millionen Euro respektive eine Million Euro gefordert.

Nachdem die Frist für eine außergerichtliche Einigung am Montag ablief, fordert der Konzern jetzt deutlich höhere Beträge: Neubürger wird auf Zahlung von 15 Millionen Euro verklagt, Ganswindt soll 5 Millionen Euro Schadensersatz zahlen. Gegen beide Ex-Vorstände laufen zudem strafrechtliche Ermittlungen der Staatsanwaltschaft München. Der Korruptionsskandal hatte den Konzern in seine bisher schwerste Krise gestürzt. Mit den Schadensersatzforderungen sollen die ehemaligen Manager zumindest einen symbolischen Ausgleich für den Milliarden-Schaden leisten. (pmz)