USA: Offener Wettbewerb statt Protektionismus
Das Computer Systems Policy Project möchte der US-Politik erklären, "wie Innovation, Investition und Produktivität im 21. Jahrhundert Arbeit schaffen und Wettbewerbsfähigkeit sichern" könnten.
"Choose to compete! Wie Innovation, Investition und Produktivität im 21. Jahrhundert Arbeit schaffen und Wettbewerbsfähigkeit sichern kann" -- so beginnt der jüngste Bericht des Computer Systems Policy Projects (CSPP). Er soll vor allem auf die Wichtigkeit internationaler Wirtschaftskontakte und offener Märkte hinweisen. Es sei notwendig, internationale Türen offenzuhalten, um die Wettbewerbsfähigkeit amerikanischer Firmen zu gewährleisten. Der Bericht richtet dazu vorläufige Vorschläge an den Kongress. Auf dem halbjährlich stattfindenden CSPP-Treffen im nächsten Monat plant das CSPP, zu dem auch die Vorstandsvorsitzenden von Dell, Intel und Hewlett-Packard gehören, weiter auf die Legislative einzuwirken.
Ein abflauendes Wirtschaftswachstum und Fragen der nationalen Sicherheit geben der US-Regierung derzeit Anlass, bestimmte Wirtschaftssektoren unter Schutz zu stellen und Handelsschranken aufzubauen, bemängelt das CSPP. Diese Maßnahmen zum Schutz vor internationaler Konkurrenz könnten jedoch ein Innovationshemmnis darstellen und so den Trend zu geringerem Wirtschaftswachstum und höherer Arbeitslosigkeit verstärken. Jede Handelsbarriere, die die US-Regierung zum Schutz der eigenen Wirtschaft aufbaut, könnte, heißt es im CSPP-Bericht, die Handelspartner zu einer Gegenreaktion veranlassen oder gar zu einem Handelskrieg führen.
Hintergrund dieser Regierungsmaßnahmen ist die angespannte weltwirtschaftliche Lage. Dieses Klima zwingt US-Firmen gegenüber ihren internationalen Kunden zu Preisreduzierungen und kürzeren Lieferfristen, was wiederum Kostensenkung durch Outsourcing erzwingt, hieß es nach Berichten der New York Times in jüngsten Anhörungen des Kongresses zu dieser Situation. Immer mehr amerikanische Technologieunternehmen, insbesondere Call-Center-Anbieter und Software-Entwickler, bauen Arbeitskräfte ab oder transferieren sie in Länder wie China oder Indien. Outourcing spart dabei aber nicht nur Kosten. Kulturelle und sprachliche Barrieren führen innerhalb eines Unternehmens zu Missverständnissen. Oftmals bleibt letztendlich der Service oder das Produkt auf der Strecke, was dann für die Firma besonders schmerzhaft wird. So transferierte Dell kürzlich einen Teil seines Call Center für technischen Support zurück in die USA. Der Trend zum Ourtsourcing hält jedoch weiterhin an.
Amerikanische Technologie-Unternehmen aber hielten engen Kontakt zu den Kunden im Ausland, um deren Erwartungen erfüllen zu können; das CSPP drängte den Kongress nicht nur, diese Innovations-Pipeline zu fördern, sondern auch die Ausbildungssituation auf dem US-Arbeitsmarkt zu verbessern. Der internationale Arbeitsmarkt biete mittlerweile eine wachsende Gruppe hoch qualifizierter und talentierter Arbeitskräfte. Die amerikanische Wirtschaft müsse sich diesen Herausforderungen stellen, um wettbewerbsfähig zu bleiben. (akr)