Aktionärsschützer wollen Infineon-Aufsichtsrat nicht entlasten
Der Vorstand des Konzerns habe ungeachtet der hohen Verluste zahlreiche Aktienoptionen erhalten, kritisierte die Schutzgemeinschaft der Kleinaktionäre.
Die Schutzgemeinschaft der Kleinaktionäre (SdK) will dem Infineon-Aufsichtsrat auf der Hauptversammlung in der kommenden Woche die Entlastung verweigern. Der Vorstand des Konzerns habe ungeachtet der hohen Verluste zahlreiche Aktienoptionen erhalten, erklärte die SdK am Montag zur Begründung eines Gegenantrags für die Infineon-Hauptversammlung. Diese nicht leistungsgerechte Vergütung habe das Kontrollgremium zu verantworten. Daher wollen die Aktionärsschützer auf der Hauptversammlung am 20. Januar in München gegen die Entlastung votieren.
Die Zuteilung der Optionen bedeute für die Aktionäre eine Verwässerung ihres Anteils, kritisierte die SdK. Ob die Vorstände die Optionen einlösen können, hänge von der Entwicklung des Infineon- Aktienkurses ab. Die Zuteilung von 750.000 Optionen nach dem verlustreichen Geschäftsjahr 2002/03 sei dabei besonders verwerflich, weil "sich der Aktienkurs bei der Ausgabe dieser Optionen auf historischen Tiefstständen bewegt hat und daher ein Wiederanstieg auch ohne besondere Managementleistung geradezu automatisch zu erwarten ist". Der Aufsichtsrat solle künftig auf ein derartiges Instrument ganz verzichten. Die SdK vertritt eine Reihe kleiner Infineon-Aktionäre und stimmt in deren Namen ab. (dpa) / (jk)