EU setzt Prüfung zur PeopleSoft-Übernahme aus
Die EU-Kommission setzt die Untersuchung zum Angebot einer feindlichen Übernahme PeopleSofts durch Oracle vorläufig aus.
Die EU-Kommission setzt eine im November begonnene laufende Untersuchung zum Angebot einer feindlichen Übernahme PeopleSofts durch Oracle vorläufig aus. Hinter dieser Entscheidung steht vermutlich eine Abstimmung mit dem US-Justizministerium (DoJ).
Oracle hatte 7,3 Milliarden US-Dollar für die Übernahme des Software-Rivalen PeopleSoft geboten, die PeopleSoft-Aktionäre weigern sich allerdings weiterhin hartnäckig: Nach einer Fristverlängerung für die Übernahme im Dezember hatten erst 10 Prozent ihre Aktien zum Angebotspreis für 19,50 US-Dollar an Oracle verkauft. PeopleSoft bekämpfte die Übernahme nach Kräften. Im November klagte Oracle gegen PeopleSofts Rabattpolitik, die bei Programmkauf eine Erstattung bis zum Fünffachen des Kaufpreises vorsah, falls PeopleSoft verkauft werden sollte.
Während der viermonatigen Untersuchungsperiode planen die EU-Wettbewerbshüter, die potenziellen Effekte auf den Markt zu überprüfen. Nach EU-Angabe erfolgte die Aussetzung der Untersuchung, um Zeit zu gewinnen, bis neue Informationen vorliegen. Bisher war der 30. März als Abschlusstermin für die Untersuchung vorgesehen. Eine neue Frist will die Kommission bekanntgeben, wenn aktuelle Informationen vorliegen.
Die Fusion würde die Anzahl der Anbieter von Business-Anwendungen für große Unternehmen von derzeit drei auf zwei reduzieren: Oracle und SAP. Das Interesse der EU-Offiziellen entspringt aus dem großen Einfluss, den die Entscheidung Oracles auf diesen Markt hat. Obwohl SAP die Marktführerschaft behielte, könnte die Fusion eine zu große Machtkonzentration in dem Sektor bedeuten. Die Legitimation der Untersuchung über die beiden in Kalifornien ansässigen Firmen resultiert aus dem Umstand, dass beide Firmen am westeuropäischen Markt präsent sind und starke Positionen innehaben. (akr)