Fünf Millionen Bilder aus dem 2. Weltkrieg online
Einzigartiges Bildmaterial der Royal Air Force aus dem Zweiten Weltkrieg bietet ab heute die Website www.evidenceincamera.co.uk.
Einzigartiges Bildmaterial der Royal Air Force aus dem Zweiten Weltkrieg bietet ab heute die Website www.evidenceincamera.co.uk. Das Archiv soll nach Informationen britischer Medien über 5 Millionen Fotografien bieten, die während Aufklärungsmissionen in Westeuropa zwischen 1939 und 1945 geschossen wurden, darunter die Landung der amerikanischen Truppen in der Normandie, die Einnahme der Pegasusbrücke durch britische Luftlandetruppen, die Folgen der Großangriffe aus der Luft auf Köln und Dresden und die Schlacht um die Bismarck.
Außerdem enthalte das Archiv Bilder vom Konzentrationslager Auschwitz. Die Fotos sollen beispielsweise das Lager mit darüber wegziehenden Rauchschwaden zeigen, als in den letzten Kriegstagen die Krematorien für die Masse der getöteten KZ-Insassen zu klein und die Leichen deshalb in Gruben im Freien verbrannt wurden. Die Bilder seien zudem so hoch auflösend, dass man die Schlangen von Häftlingen beim Appell erkennen könne.
Die Fotos werden durch die Aerial Reconnaissance Archives (TARA) an der Keele University, die dem britischen Nationalarchiv angehören, veröffentlicht. Nach Keele kamen die Bilder im Jahre 1962; zuvor waren sie von der Allied Central Interpretation Unit in Medmenham ausgewertet worden. Mit dem so genannten Stereoskop wurde, berichtet der Guardian, ein 3D-Modell der Landschaft in der Normandie erstellt, wo die Landung der Alliierten am 6. Juni 1944 erfolgte. In der näheren Zukunft sollen 2,5 Millionen Bilder aus Osteuropa folgen, die von der Luftwaffe aufgenommen wurden, später eventuell auch Bilder aus neueren Konflikten. Die Bilder sind nicht nur von historischem Interesse, sondern helfen beispielsweise auch bei der Suche nach Blindgängern aus dem 2. Weltkrieg.
Der Zugang zu der Webseite könnte in den kommenden Tagen allerdings schwierig werden, da sie bereits zum Starttermin unter der Last der interessierten Besucher ächzte. (akr)