Regulierer sieht Übermacht der Telekom im Ortsnetz schwinden

Die Überprüfung der Netzabdeckung bei UMTS werde voraussichtlich über 2004 hinweg andauern, kündigte die Regulierungsbehörde zudem an.

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  • Nils Heeren

Seit Einführung von Call-By-Call und Preselection im Ortsnetz haben Wettbewerber der Deutschen Telekom ihre Marktanteile hier auf inzwischen 25 Prozent ausbauen können. Die Stadtnetzbetreiber konnten seit Anfang 2003 ihre Präsenz von sechs auf acht Prozent erhöhen. Insgesamt halten die überregional agierenden Telefongesellschaften inzwischen 17 Prozent. Diese Zahlen nannte die Regulierungsbehörde für Telekommunikation und Post (RegTP). Matthias Kurth, Präsident der RegTP, prognostiziert gegenüber dpa einen weiteren Rückgang bei den Marktanteilen der Telekom. Auf konkrete Zahlen ließ Kurth sich aber nicht ein -- die Verbraucher seien aber auch bei Cent-Beträgen sehr sensibel.

Die RegTP betonte zudem, die Überprüfung der Netzabdeckung werde voraussichtlich über 2004 hinweg andauern. Von den nach Rückgabe der mobilcom-UMTS-Lizenz Ende 2003 übrig gebliebenen fünf Lizenznehmern seien Unterlagen zur Netzabdeckung angefordert worden. Es würden dann technische Leistung und Qualität der UMTS-Dienste geprüft. Um möglichen Klagen zuvorzukommen werde dies "zügig, aber ohne Hektik geschehen. Die Vorgehensweise muss wasserfest sein", sagte Matthias Kurth.

Bei vier der verbliebenen Lizenznehmer (T-Mobile, Vodafone, E-Plus und O2) erwartet die Regierungsbehörde keine Probleme. Quam allerdings hatte als kleinster Anbieter kein UMTS-Netz aufgebaut und im Oktober 2002 seinen Geschäftsbetrieb eingestellt. Dennoch hatte das Joint Venture bereits angekündigt, sich gegen eine Rückforderung der UMTS-Lizenz durch die RegTP zur Wehr zu setzen. Bedingung für die weitere Gewährung der UMTS-Lizenzen war, dass alle Anbieter zum Jahresende 2003 ein Viertel der Bevölkerung mit ihren Netzen erreichen können. Eine Erstattung der 2000 gezahlten mehr als acht Milliarden Euro ist bei Rückgabe oder Entzug der Lizenz bisher nicht vorgesehen. (nhe)