Veranstalter leidet unter flauer Konjunktur
Die Messe AG leidet unter dem massiven RĂĽckgang von Besuchern und Ausstellern bei den Hauptveranstaltungen CeBIT und Hannover Messe.
Angesicht weltweit flauer Konjunktur hat Deutschlands größte Messegesellschaft, die Hannoveraner Deutsche Messe AG, im vergangen Jahr zum zweiten Mal in Folge einen Verlust eingefahren. Das Minus nach Steuern liege nach vorläufigen Zahlen im mittleren einstelligen Millionenbereich, teilte die Messe am Donnerstag mit. 2002 hatte das Unternehmen ein Minus von 1,6 Millionen Euro verbucht. Für 2004 rechnet die Messe erneut mit weiterem Umsatzrückgang und einem nochmaligen Verlust. Erst für 2005 wird ein deutlich positives Ergebnis erwartet.
Das operative Ergebnis (EBITDA) liege 2003 bei 48 Millionen Euro nach 58 Millionen Euro im Vorjahr, sagte Finanzvorstand Stephan KĂĽhne. Der Umsatz sank von 270 auf 259 Millionen Euro. Vor allem die groĂźen Veranstaltungen CeBIT und Hannover Messe hatten einen massiven RĂĽckgang der Besucher- und Ausstellerzahlen zu verkraften.
Messe-Vorstandschef Sepp D. Heckmann sagte: "Angesichts des unfreundlichen gesamtwirtschaftlichen Umfeldes ist das Geschäftsergebnis der Messe mehr als zufriedenstellend." Der Umsatz sei verbunden mit einer "hervorragenden operativen Ertragskraft". Mit der ersten Veranstaltung, der Teppichmesse Domotex, sei die Messe gut ins neue Jahr gestartet. "Wir hoffen, dass es so bleibt", sagte Heckmann. Hannover sei nach wie vor Messeplatz Nummer Eins in der Welt. Drei der vier weltgrößten Messen würden in Hannover veranstaltet.
2003 habe die Messe trotz des turnusgemäß schwächeren Jahres weiter Schulden aus den Investitionen der vergangenen Jahre abgetragen. Zudem habe die Messe erheblich in den Ausbau des Auslandsgeschäft investiert. Das interne Programm Hermes 2010 solle dafür sorgen, dass das Unternehmen schneller, schlanker und kundenorientierter werde. Es werden künftig etwa komplette Messestände zur Vermietung angeboten. Hinzu komme ein umfangreiches Sparprogramm für das Unternehmen. Dennoch sei es Ziel, Hannover als Drehscheibe für die wachsende Europäische Union auszubauen.
Die Messe werde für ihr Flaggschiff CeBIT weiter daran festhalten, auf jedem Kontinent eine derartige Veranstaltung zu organisieren. So werde es Ende Mai auch eine zweite CeBIT America in New York geben. Allerdings sei es alles andere als leicht, auf dem weltgrößten Markt der Informationstechnologie mit der CeBIT Fuß zu fassen, sagte Vorstandsmitglied Ernst Raue. Auch der Standort in Schanghai -- die Deutsche Messe AG ist dort an einem Messegelände beteiligt -- werde immer wichtiger. Dort gebe es Wachstumsraten, die in Europa nicht mehr denkbar seien.
Finanzvorstand Kühne sagte, die Deutsche Messe AG sei nach der Weltausstellung Expo 2000 in Hannover "in der Realität angekommen". Es ergebe sich für 2003 aber ein "solides Bild". Insgesamt zählte die Messe bei ihren 83 Veranstaltungen im In- und Ausland 23.333 Aussteller und knapp 1,8 Millionen Besucher. Nach wie vor ist das Unternehmen von CeBIT und Hannover Messe abhängig. Sie machten vergangenes Jahr mit 157 Millionen Euro (Vorjahr: 180 Millionen) mehr als die Hälfte des Geschäfts aus. Weiterhin drückten hohe Abschreibungen von 43 Millionen Euro (Vorjahr: 44 Millionen) das Ergebnis, sagte Kühne. Die Investitionen in Gelände, Hallen und Infrastruktur im Zusammenhang mit der Expo werden das Ergebnis noch über Jahre belasten. (dpa) / (tol)