Vodafone will Sparkurs fortsetzen
Trotz weiter sinkender Serviceumsätze in Europa konnte der Telekommunikationsanbieter seinen Gesamtumsatz steigern. Der Boom bei Datendiensten und stabiles Festnetzgeschäft stützten das Ergebnis. In Deutschland will das Unternehmen weiter Stellen abbauen.
Der Telekommunikationskonzern Vodafone hat im dritten Quartal des laufenden Geschäftsjahres seinen Umsatz im Vergleich zum Vorjahresquartal um 10 Prozent auf 11,5 Milliarden Pfund (13 Milliarden Euro) steigern können. Bereinigt um Währungseffekte gab der Serviceumsatz der Gruppe um 1,2 Prozent nach und notierte bei 10,7 Milliarden Pfund. Den branchenweit anhaltenden Preisverfall konnte Vodafone mit wachsender Nachfrage nach Datendiensten und dem Festnetzgeschäft kontern. Vodafone sei damit auf einem guten Weg, die für das Geschäftsjahr gesteckten Ziele zu erreichen, teilte der Konzern am Donnerstag im britischen Newbury mit. Die Gewinnerwartung für das Ende März auslaufende Geschäftsjahr hob der Konzern auf 11,4 bis 11,8 Milliarden Pfund leicht an.
Dabei steht das Kerngeschäft in Europa weiter unter Druck; der Serviceumsatz fiel hier um gut 3 Prozent. Der Trend habe sich allerdings in Deutschland und Großbritannien verlangsamt, hieß es in der Mitteilung. Um Währungseffekte bereinigt ging das Servicegeschäft in Deutschland um 2,8 Prozent auf 1,9 Milliarden Pfund (2,2 Milliarden Euro) zurück. Dabei wuchs der Anteil des Datengeschäfts im Vergleich zum Vorjahr von 209 auf 264 Millionen Pfund, während die Umsätze mit Sprachdiensten im Mobilfunk dem Branchentrend folgend weiter nachgaben. Das Festnetzgeschäft der ehemaligen Arcor wuchs von 445 auf 499 Millionen Pfund. Vodafone Deutschland hatte zum Jahreswechsel 34,6 Millionen Mobilfunkkunden, davon über die Hälfte Prepaid-Kunden. Insgesamt verzeichnete die Gruppe zum Stichtag 313 Millionen Kunden.
"Wir haben das Geschäft in diesem schwierigen Umfeld spürbar stabilisieren können", zeigte sich Deutschlandchef Friedrich Joussen in Düsseldorf zufrieden mit dem Ergebnis. "Diesen Weg werden wir 2010 konsequent weiter gehen, um das Unternehmen nachhaltig wieder auf Wachstum auszurichten. Wir werden die Kosten senken, schlanker, schneller und damit effizienter werden." Joussen hatte vor wenigen Tagen bereits erklärt, weiter Stellen abbauen zu wollen. Entlassungen sind nach Informationen der Rheinischen Post offenbar nicht geplant. Es gebe andere Möglichkeiten, die Mitarbeiterzahl von derzeit rund rund 15.000 in Deutschland zu senken. (vbr)