Freitag: Pornhub sperrt Arkansas-User aus, Berlin spart am falschen Ende

Pornhub in Arkansas gesperrt + Innenministerium in der Kritik + Microsoft-Leak + E-Patientenakte mit vielen Fragezeichen + Verwirrung um Chinas Chipfertigung

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Mann schaut in einem abgedunkelten Raum pornografische Bilder auf einem Computerbildschirm an, dazu Text: FREITAG Pornhub, Digitalisierungsbudget, Windows 11, E-Patientenakte & Chipfertigung

(Bild: M-Production / Shutterstock.com / heise online)

Lesezeit: 5 Min.
Von
  • Andreas Knobloch

Die Pornoseite Pornhub sperrt allen User aus Arkansas den Zugang, nachdem das neue Altersverifizierungsgesetz des US-Bundesstaates in Kraft getreten ist. Ähnliche Gesetze gibt es auch in anderen Bundesstaaten – mit ähnlichen Konsequenzen. In Deutschland sind sich die IT-Branche, Wirtschaftsweise und Landespolitiker einig: Die Haushaltspläne des Innenministeriums gefährden Deutschlands Wettbewerbsfähigkeit. Und ein geleaktes, internes Microsoft-Tool ermöglicht noch nicht veröffentlichte Windows 11-Funktionen – die wichtigsten Meldungen im kurzen Überblick.

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Als erster US-Bundesstaat hatte Louisiana Vorschriften erlassen, die Pornoseiten dazu verpflichten, das Alter der Nutzerinnen und Nutzer zu überprüfen. Dieses Gesetz wiederum hat andere US-Bundesstaaten dazu inspiriert, ähnliche Regularien einzuführen. Am Dienstag ist das neue Altersverifizierungsgesetz des US-Bundesstaates am Dienstag in Kraft getreten – und das gefällt dem Pornhub-Betreiber MindGeek überhaupt nicht. Das Unternehmen argumentiert, dass das Gesetz, das eigentlich dem Schutz von Kindern und Jugendlichen dienen soll, tatsächlich den Usern schadet. Aus Protest blockierte Pornhub am Mittwoch den gesamten Datenverkehr von IP-Adressen mit Sitz in Arkansas. Altersprüfung: Pornhub sperrt User im US-Bundesstaat Arkansas aus

Wie gestern an dieser Stelle berichtet, will das Bundesinnenministerium bei der Digitalisierung der Verwaltung massiv sparen. Der Haushalt sieht im kommenden Jahr für die weitere Umsetzung des Onlinezugangsgesetzes (OZG), das staatliche Dienstleistungen digitalisieren soll, lediglich 3,3 Millionen Euro vor – eine Kürzung um mehr als 99 Prozent gegenüber dem laufenden Jahr. Doch dagegen regt sich nun Widerstand von IT-Branche, Wirtschaftsweisen und Landespolitikern. Sie sehen den Digitalisierungsstandort und Deutschlands Wettbewerbsfähigkeit in Gefahr. Budget um 99 Prozent gekürzt: Kritik am deutschen Digital-Sparpaket

"Bug Bash"-Veranstaltungen von Microsoft sind so etwas wie eine öffentliche Fehlerjagd, bei der tägliche Quests aufgetragen werden, die von Testern durchgeführt werden müssen. Auf diese Weise holen die Microsoft-Ingenieure Feedback zu Windows 11 ein, um noch vorhandene Fehler vor einem großen Update zu beseitigen. Es wird erwartet, dass Microsoft sein nächstes großes Windows 11-Update im September ausliefert. Nun hat Microsoft bei einem solchen Bug Bash versehentlich seine interne "StagingTool"-App geleakt, die von Mitarbeitern verwendet wird, um geheime, noch nicht veröffentlichte Windows-11-Funktionen zu aktivieren. Geleaktes Tool ermöglicht noch nicht veröffentlichte Windows 11-Funktionen

Zurzeit nutzt laut einer Anfragebeantwortung nur ein Prozent der gesetzlich Versicherten eine elektronische Patientenakte (ePA). Anfang 2025 soll diese für alle kommen. Vorgesehen ist ein Opt-out-Prinzip für die elektronische Patientenakte: Wer nicht ausdrücklich widerspricht, ist automatisch dabei. Doch wie der Bürger der ePA konkret Einhalt gebieten könnte, weiß die Bundesregierung bislang selbst nicht. Auch wie die Indentitätsprüfung erfolgen soll, ist unklar. Knapp anderthalb Jahre vor der geplanten Einführung für alle stehen entscheidende Details damit weiterhin noch nicht fest. Elektronische Patientenakte: Opt-out-Methode bleibt den Kassen überlassen

Der weltweit wichtigste Hersteller von Lithografie-Systemen, das holländische Unternehmen ASML, darf ab dem 1. September 2023 auf Druck der US-Regierung noch weniger Maschinen in Länder außerhalb der EU exportieren. Von da an gelten neue Exportbeschränkungen für sogenannte Dual-Use-Halbleitergüter, also solche, die sowohl für zivile als auch militärische Zwecke geeignet sind. Die Regulierung richtet sich vor allem gegen China. Doch angeblich soll die chinesische Firma SMEE bald Belichter mit 28-nm-Technik selbst herstellen können. Das berichtete zumindest die staatliche chinesische Nachrichtenagentur Xinhua mit Verweis auf eine chinesische Zeitung. Inzwischen haben beide Medien ihre Online-Berichte wieder gelöscht. Chipfertigung: Verwirrung um chinesische Lithografie-Systeme

Auch noch wichtig:

(akn)