Chat am Freitag: WLAN statt Kabel
WLAN-Praxis steht im nächsten heise online-Chat auf der Agenda -- aber auch die Alternativen, ob nun drahtgebunden oder drahtlos.
Mehr als 20 Millionen WLAN-Geräte gingen letztes Jahr über den Ladentisch -- ohne großes Marketing-Geschrei. Die drahtlose Vernetzung hat sich im Büro und in Privathaushalten durchgesetzt; immer mehr Anwender verzichten auf die mühselige Verlegung von Netzwerkkabeln. Doch der Versuch, das auf dem Desktop-PC liegende Video auf dem Notebook im Garten zu schauen, scheitert häufig: Trotz der Brutto-Datenrate von bis zu 54 MBit kommt der Film vielfach nur ruckelnd über die virtuelle Leitung.
Im heise online-Chat am nächsten Freitag wollen wir der Frage nachgehen, wie und wo ein drahtloses Netzwerk sinnvoll einsetzbar ist, aber auch die Grenzen von WLAN und die Alternativen diskutieren. So bietet ein LAN-Kabel immer einen höheren Durchsatz und ist zudem weitgehend abhör- und einbruchsicher. Auch Bluetooth und UMTS haben ihre Anwendungsgebiete -- nicht nur zum Surfen, sondern auch zum Telefonieren. Zum Telefonieren ist WLAN derzeit weniger geeignet, da die aktuellen Spezifikationen kein Quality of Service bieten und damit die notwendige Bandbreite nicht garantieren können.
Zum mobilen Surfen eignet sich WLAN jedoch hervorragend -- selbst unterwegs: Die Anzahl öffentlicher Hotspots stieg im letzten Jahr um beachtliche 300 Prozent. In den Medien werden WLAN-Hotspots daher zunehmend als Konkurrenz für den kommenden Mobilfunkstandard UMTS dargestellt. Neben den horrenden Preisen schreckt die meisten Anwender jedoch wohl die umständliche Anmeldeprozedur vor der Nutzung ab. Ein gemeinsames Abrechnungssystem hat sich noch nicht durchgesetzt. Die Greenspot-Initiative des eco-Verbands kann bisher nur Hotspots in Berlin, Leipzig, Bielefeld, Bochum, Köln, Karlsruhe, Darmstadt und München aufweisen, T-Mobile und Vodafone erreichen mit einigen hundert Hotspots ebenfalls nur einen Bruchteil der Bevölkerung.
Drahtlos können jedoch schon tausende von Studenten surfen: So ist etwa der Campus der Uni Göttingen bereits seit 2001 komplett mit WLAN-Hotspots abgedeckt; Anfang Januar hat der dfn-Verein den Pilotbetrieb eines internationalen Roamings aufgenommen. Wissenschaftler können sich bereits in einigen Unis in Deutschland, den Niederlanden, der Schweiz und in Kroatien mit ihrem Notebook und ihrer persönlichen Kennung in das Universitätsnetz einloggen und im Internet recherchieren.
Erfahrene WLAN-Fachleute stehen am Freitag zur Beantwortung aller Fragen rund um die praktische Nutzung drahtloser Netzwerke bereit:
c't-Autor Oliver Bartels ist immer noch selbst Hard- und Software entwickelnder Geschäftsführer der Bartels System GmbH. Er kennt deshalb die bei WLAN verwendeten Hochfrequenz-Baugruppen und Antennen. Fragen zur Erhöhung der Reichweite oder nach der Ursache von Störungen auf der Luftstrecke sind bei ihm gut aufgehoben.
Gerhard Schneider, Professor für Kommunikationssysteme an der Uni Freiburg, hat bis Ende 2001 das Göttingener Funknetz aufgebaut und kennt sich mit den dabei auftretenden Sicherheitsfragen aus. Er hat auch die Voice-over-IP-Tests begleitet. Heute arbeitet er an der WLAN-Roaming-Initiative des dfn mit.
Zwei Fachleute aus der c't-Redaktion ergänzen die Runde: Dusan Zivadinovic, Ressortleiter Kommunikation, hat die WLAN-Technik von der ersten Stunde an begleitet und kennt andere Funktechniken wie Bluetooth und UMTS aus dem Effeff. Ernst Ahlers ist in der Redaktion für WLAN zuständig, testet jedoch ebenfalls GigaBit-Netzwerkkarten, die brutto mit dem fast 20fachen Durchsatz eines aktuellen WLANs aufwarten.
Der Chat findet am Freitag, den 30.01.04, von 15 bis 16 Uhr statt. Der Chat-Raum ist wie gewohnt bereits eine Stunde vor der Veranstaltung geöffnet. Zu dieser Zeit blenden wir Links auf der Homepage und der Chat-Seite ein, die Sie direkt in den Chat führen. (ll)