Mit Nvidia lässt sich derzeit nicht viel verdienen

Die Grafikkartenszene wartet immer noch auf Nvidias erste Produkte mit DirectX-11-Kompatibilität. AMD plagen zwar Lieferschwierigkeiten, der Abverkauf läuft jedoch bestens. Das heise resale Preisradar belegt: Bei den meistgesuchten Grafikkarten kommt Nvidia erst unter ferner liefen.

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Von
  • Karl Fröhlich

Der Grafikkartenmarkt startet relativ gut ins neue Jahr – zumindest aus Sicht von AMD/ATI. Während sich die Radeon-Karten großer Beliebtheit erfreuen, avancieren Geforce-Produkte zu regelrechten Ladenhütern. Im heise resale Preisradar tauchen auf den vorderen Plätzen ausschließlich Grafikkarten mit AMD-Chips auf. Am gefragtesten sind Modelle mit dem HD-5850 beziehungsweise dem HD-5870. Erst auf Platz 61(!) findet sich die Palin/Xpertvision Geforce GTX 260.

"Die Nachfrage ist bei sämtlichen Produkten der 5000er Serie sehr hoch", bestätigt Peter Hirschfeld, Geschäftsführer von HMC Bremen, der Generalvertretung für HIS-Grafikkarten. "AMD hat einfach einen klaren Technologievorsprung durch DX11, Eyefinity mit Anschluss von bis zu drei Monitoren im 3D-Betrieb, 40nm-Fertigung und einer guten 3D-Leistung."

Die im Preisradar meistgesuchte Karte ist die Sapphire Radeon HD 5850 mit einem Verkaufspreis von rund 267 Euro. Unter den Top-10 bewegen sich die Anschaffungspreise zwischen 358 (Radeon HD 5870) und 109 Euro (HD 5770). Neben Sapphire sind vor allem Produkte von Asus, Club 3D und Powercolor gefragt.

Der durchschnittliche Verkaufspreis beträgt bei Grafikkarten rund 137 Euro. Die Top-4 bewegen sich aber zwischen circa 245 und 360 Euro.

Die Preise haben bei den meisten Grafikboards leicht nachgegeben. Kleinere Spitzen begründen sich momentan meist mit Dollarkursschwankungen. Alles in allem lastet der Druck in erster Linie auf den Nvidia-Produkten. Während sich der Hersteller zu seinen DirectX-11-Plänen lange in Schweigen hüllte, verkaufte AMD seit September 2009 über zwei Millionen DirectX 11 kompatible Grafikchips. Wenigstens hat Nvidia mittlerweile die Bezeichnungen veröffentlicht: Geforce GTX 480 und GTX 470 sollen die im März erwarteten Highend-Modelle heißen. Einen genauen Erscheinungstermin nannte das Unternehmen noch nicht. Die Distribution macht sich jedoch Hoffnungen im März die ersten Boards ausliefern zu können.

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Bei der Preisbeobachtung unterstĂĽtzten uns:

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Zwar rechnen Experten damit, dass Nvidia mit der neuen Serie den Markt wieder für sich gewinnen kann. Ein Selbstläufer wird dies jedoch nicht. Bis auf weiteres setzt der Handel daher auf AMD. "Die 5000er-Serie besitzt enorme technologische Vorteile und gewinnt signifikant Marktanteile", sagt HMC-Manager Hirschfeld. "Außerdem ist sie bereits im Markt integriert und beim Anwender populär. Die anfänglichen Verfügbarkeitsprobleme sollten bald überwunden sein. Besonders mit den veredelten Modellen lässt sich gutes Geschäft generieren." Um sich abzugrenzen setzen die HIS-Grafikkarten beispielsweise auf besondere Kühllösungen, ab Werk übertakteten ASICs und hochwertigen Speicher. Was letztendlich auch der Rat an den Fachhandel ist. Wenn es nicht das günstigste Produkt sein muss, auf Top-Marken oder eine hochwertige Ausstattung zu setzen. (map)