Bessere Kronen mit Computerhilfe
Patienten erhalten ihren Zahnersatz dank neuer CAD- und CAM-Techniken schneller und preiswerter.
Zahnarztbesuche sind häufig eine unerfreuliche Angelegenheit. Ist ein Zahn etwa so tief von Karies zerstört, dass nicht mehr ausreichend Substanz für eine Füllung vorhanden ist, dann ist oft eine Krone nötig. In diesem Fall entfernt der Zahnarzt die Karies, setzt eine Aufbaufüllung ein, schleift den Zahn auf einen Stumpf zurecht und drückt dem Patienten zum Schluss eine Silikonmasse in den Mund, um einen Abdruck herzustellen. Trotzdem geht dieser nur mit einem Provisorium heim. Denn der Abdruck muss erst mit Gips ausgegossen werden, damit der Zahntechniker mit diesem Modell eine passende Metallkrone gießen kann. Anschließend muss der Patient noch einmal zum Einpassen erscheinen. Das alles ist teuer, zeitraubend und zum Teil schmerzhaft.
Wer künftig aus diesem Grund auf den Zahnarztstuhl muss, kann jedoch auf etwas Entspannung hoffen. Denn neue digitale Techniken machen die Herstellung von Zahnersatz günstiger und schneller, berichtet Technology Review in seiner Online-Ausgabe. Immer seltener werden Kronen und Brücken in Handarbeit von Zahntechnikern und zunehmend von Automaten gefertigt. Die Schlüsselwörter lauten "Computer Aided Design" und "Computer Aided Manufacturing": Bei diesen Verfahren, die aus der industriellen Serienfertigung kommen, werden Produkte am Monitor entworfen und rollen wenige Stunden später komplett von Maschinen gefertigt vom Band. Inzwischen haben findige Ingenieure dieses Planungs- und Fertigungsprinzip auch an die Zahnarztpraxis adaptiert.
Begründet wurde dieser Trend vom französischen Zahnarzt François Duret vor knapp 40 Jahren. Nach mehr als zehnjähriger Forschungsarbeit stellte er dann 1983 den ersten Prototyp eines Fertigungsautomaten für Zahnersatz vor und ließ damit Zahntechniker um ihren Arbeitsplatz fürchten.
Mehr zum Thema in Technology Review online:
(bsc)