Experten: Wirtschaftsbedeutung der IT-Branche weit unterschätzt
Die Informationstechnologie- und Kommunikationsbranche (ITK) habe eine entscheidende Bedeutung weit ĂĽber die Branche hinaus, teilte die Fraunhofer-Gesellschaft heute mit.
In Deutschland wird die große Bedeutung der Technologie-Branchen für die gesamtwirtschaftliche Entwicklung nach Meinung der Fraunhofer-Gesellschaft noch immer nicht ausreichend erkannt. Dabei habe gerade die Informationstechnologie- und Kommunikationsbranche (ITK) entscheidende Bedeutung weit über die Branche hinaus, teilte die Gesellschaft heute in Berlin mit. "Wir betrachten die gegenwärtige Situation als unbefriedigend und befürchten Nachteile für den Standort Deutschland und Europa", sagte Herbert Weber, Leiter des Fraunhofer-Instituts für Software und Systemtechnik ISST.
In Deutschland hingen über die Hälfte der Industrieproduktion und über 80 Prozent der Exporte vom Einsatz moderner Informations- und Kommunikationstechniken ab, hieß es. Die Branche zähle mit 131 Milliarden Euro Umsatz und mehr als 750.000 Beschäftigten zu den wichtigsten Wirtschaftszweigen. Langsam wachse in Deutschland die Erkenntnis, dass die ITK-Technologien nach wie vor die "Schlüsselrolle für die Leistungsfähigkeit jeder Industrienation spielen". Positiv bewerten die Branchenexperten auch die im Januar von Bundeskanzler Gerhard Schröder gestartete Innovationsoffensive. "Endlich ist das Thema Innovation dort angekommen, wo es hingehört: im Zentrum des politischen Diskurses", sagte Willi Berchtold, Präsident des Branchenverbandes Bitkom.
Dass die konsequente wirtschaftliche Ausrichtung auf die neuen Technologien Wachstum sichern könne, hätten Länder wie die USA, Finnland und Dänemark bewiesen. Deutschland laufe jedoch Gefahr, seine Chancen im wieder wachsenden Markt zu verspielen. Sowohl die IT-Wirtschaft als auch die Wissenschaft habe die USA als Taktgeber akzeptiert. Den Mut zur eigenen Innovationen habe Europa bereits verloren. Die daraus folgende Abhängigkeit sei weder politisch noch volkswirtschaftlich wünschenswert. (dpa) / (anw)