Urbane Wildnis: So halten Sie in der Stadt Tiere mit der Kamera fest

Tierfotografen mĂĽssen oft gar nicht so weit fahren. Die Artenvielfalt in der Stadt ist erstaunlich groĂź und ihre Lichter bieten beeindruckende Kulissen.

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Eine Waldohreule putzt sich auf dem Geländer einer Brücke, dabei wird sie vom warmen Licht entfernter Straßenlaternen eingehüllt.Nikon D810  500 mm  ISO 4000  f/6.3  1/4 s, Alle Bilder: Verena Popp-Hackner, Georg Popp

Eine Waldohreule putzt sich auf dem Geländer einer Brücke, dabei wird sie vom warmen Licht entfernter Straßenlaternen eingehüllt.Nikon D810 | 500 mm | ISO 4000 | f/6.3 | 1/4 s

(Bild: Verena Popp-Hackner, Georg Popp)

Lesezeit: 13 Min.
Von
  • Georg Popp
  • Verena Popp-Hackner
Inhaltsverzeichnis

Es ist früh am Morgen. Noch ist die Sonne nicht ganz aufgegangen. Die leichten Nebelschwaden lösen sich gerade auf – und wir sitzen bewegungslos in unseren Kajaks. Vor unseren Kameras genießt eine Biberfamilie die morgendliche Stille, putzt sich und knabbert an der Rinde eines frisch gefällten Baumes. Das Klicken unserer Kameras beeindruckt sie nicht im Geringsten! Etwas weiter entfernt hört man die Schreie einer Graureiherkolonie. Schildkröten klettern auf das reichlich vorhandene Totholz am Ufer, bereit für ein erstes Sonnenbad, und alle paar Minuten zischt ein blitzblauer Eisvogel mit schrillem Ruf an uns vorbei. Wer glaubt, wir befinden uns in einem unberührten Nationalpark oder sonst wo weit "draußen" in der Wildnis, der irrt. Wir sind mitten in Wien, ein paar wenige U-Bahn-Minuten vom Stadtzentrum entfernt. In der direkten Umgebung von Häusern, Straßen und Autos nehmen wir spannende Tierbilder auf.

Mehr zur Tierfotografie

Da wir uns seit über zehn Jahren mit dem Fotoprojekt Wiener Wildnis der Tierwelt unserer Heimatstadt Wien widmen, sollten wir im Grunde schon so ziemlich alles, was hier so kreucht und fleucht, beobachtet und fotografiert haben. Aber weit gefehlt. Jedes Jahr, jeden Monat und jede Woche werden wir von Neuem überrascht und stoßen auf ungeahnte Motive. Wien ist glücklicherweise eine Stadt mit überdurchschnittlich vielen Grün- und Wasserflächen, doch vieles von der Natur hier lässt sich auf andere Metropolen übertragen. Parks und städtische Teiche gibt es überall, genauso wie Friedhöfe und Brachen. Es wird Sie wenig überraschen, dass in städtischen Grünanlagen jede Menge Insekten, wie Schmetterlinge, Käfer oder Libellen, genauso wie Spinnen oder Weichtiere zu beobachten sind.

Es gibt aber auch darüber hinaus viel Überraschenderes zu entdecken. Turmfalken gehören in fast jeder Metropole zum gewohnten Stadtbild, genauso wie Krähen, Tauben oder Sperlinge. Natürlich sind dies nicht die spektakulärsten Exemplare der urbanen Tierwelt. Doch oft bieten die "Allerweltsarten" tolle Motive, eben weil man sie aufgrund der fehlenden Scheu und der großen Population so leicht beobachten kann und dabei auf spannendes Verhalten stößt. In der Stadt haben Sie den Luxus, häufig vorkommende Wildtiere völlig ungehindert fotografieren zu können. Sie müssen sich dabei nicht verstecken oder tarnen.

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