ETech: Die Zukunft -- zum Greifen nah
O'Reillys Emerging Technologies Conference bringt in San Diego Visionäre und Praktiker zusammen.
Die O'Reilly Emerging Technologies Conference (ETech) findet in diesem Jahr zum dritten Mal statt: Bis einschließlich Donnerstag widmen sich eine ganze Reihe von prominenten Vordenkern und Praktikern den Zukunftstechnologien und Trends der IT-Welt. Einer der thematischen Schwerpunkte wird dieses Jahr soziale Software sein -- jenes Feld kollaborativ vernetzter Anwendungen, die in den vergangenen Monaten durch den Boom der Online-Plattform Friendster.com populär geworden sind.
Gleich am ersten Tag wagte man sich auf der ETech aber in ungewohnte Gefilde: Ein "Digital Democracy Teach-In" genannter Themenschwerpunkt sollte die Chancen netzgestützter politischer Organisierungsformen ausloten. Der Veranstaltung war anzumerken, dass sie unter anderen Vorzeichen geplant worden war: Im vergangenen Jahr noch begeisterte der demokratische Präsidentschaftskandidat Howard Dean mit seiner Weblog-gestützten Kampagne die Netzgemeinde.
Doch in den bisherigen Vorwahlen bekam Deans Konkurrent John Kerry deutlich mehr Stimmen. Auf der Konferenz machte deshalb am Montag bereits das Wort von der zweiten Dotcom-Seifenblase die Runde, die mit Deans Abstieg zerplatzt sei. Deans ehemaliger Wahlkampfmanager Joe Trippi wollte sich auf derartig pessimistische Formeln nicht einlassen -- zumindest sieht er weiter Chancen für Deans Sieg. Dass das Netz ein großes Potenzial zur Politisierung besitzt, konnte auch Wes Boyd bestätigen. Der ehemalige Chef des für seinen Afterdark-Bildschirmschoner bekannten Softwareunternehmens Berkeley Systems ist Mitgründer der netzgestützten Nonprofit-Organisation MoveOn.org; sie hat sich zu einer der wichtigsten progressiven politischen Kräfte der USA gemausert und schreibt sich auch die Rücknahme von Verordnungen zugute, die mehr Medienkonzentration in den USA erlauben sollte.
Mehr zur Emerging Technologies Conference, der Diskussion um die Internet-Mobilisierung im US-Wahlkampf, ĂĽber elektronische Wahlsysteme und dem Einfluss der Web-Blogger bringt c't aktuell: (jk)